PKW Leasing: Autorückgabe beim Kilometervertrag

Kilometerverträge gehören heute zu den Standardformen der Fahrzeugfinanzierung. Sie funktionieren ähnlich wie Mietverträge. Der Leasingnehmer zahlt während der vereinbarten Laufzeit monatliche Raten, erwirbt dadurch das Recht der Fahrzeugnutzung im Rahmen einer bestimmten Kilometerleistung und gibt den PKW am Ende der Laufzeit zurück.

Laufzeiten um die 36 Monate sind üblich. Kilometerleasing ist in gewisser Weise kundenfreundlich. Anders als bei anderen Leasingformen trägt nicht der Leasingnehmer das Restwertrisiko, sondern der Händler bzw. der Leasinggeber.

Aber manchmal gibt es bei der Rückgabe des Fahrzeuges böse Überraschungen. Das gilt nicht nur für die Behandlung von Mehrkilometern oder Minderkilometern. Auch über den Zustand des Fahrzeuges kann es zum Streit kommen. Fehler bei der Rückgabe des geleasten Autos können Leasingnehmern teuer zu stehen kommen.

Mängel und Gebrauchsspuren

Für Mängel muss der Leasingnehmer einstehen. Gebrauchsspuren hingegen gehen zulasten des Leasinggebers.

Der Kilometervertrag gibt dem Leasingnehmer das Recht, den PKW entsprechend den Vereinbarungen vertragsgemäß zu nutzen. Er kann deshalb natürlich keinen Neuwagen zurückgeben. Normaler Verschleiß, Gebrauchsspuren, die durch die vertragsgemäße Nutzung entstehen, sind keine Mängel. Vielmehr ist der Leasingnehmer nur verpflichtet, das geleaste Fahrzeug in einem dem Alter und der Fahrleistung entsprechenden Erhaltungszustand zurückzugeben.

Gebrauchsspuren sind beispielsweise kleinere Schrammen oder Kratzer im Lack, am Türgriff oder auf dem Dach. Leichte Einbeulungen der Karosserie können ebenfalls Gebrauchsspuren sein, wenn sie typischerweise bei der Nutzung in dichtem Stadtverkehr entstehen.

Ist ein Fahrzeug nicht mehr betriebssicher, liegt hingegen ein Mangel vor. Offensichtliche Schäden etwa an der Karosserie über die gebrauchstypische Abnutzung hinaus sind selbstverständlich ebenfalls Mängel. Ein untypischer Verschleiß, der durch eine nicht vertragsgemäße Nutzung entsteht, kann schließlich auch ein Mangel sein.

Fehlendes Zubehör (Schlüssel, Ersatzreifen, Serviceunterlagen) führen ebenso wie Mängel am Fahrzeug selbst zu Ersatzansprüchen des Leasinggebers bzw. des Händlers. Ähnlich liegt der Fall, wenn ein Fahrzeug verändert wurde, und der Leasingnehmer versäumt, das Auto vor Rückgabe in den ursprünglichen Zustand zu versetzen. Der PKW muss beispielsweise mit Felgen oder Rädern der gleichen Qualität zurückgegeben werden, wie sie bei Vertragsschluss vorhanden war.

Die Grenze zwischen Abnutzung durch vertragsgemäßen Gebrauch und wertmindernden Mangel ist manchmal schwierig zu ziehen. Besonders häufig wird über den Zustand der Lackierung, der Karosserie, der Reifen oder über kleinere Kratzer und Haarrisse in der Verglasung gestritten.

Früher war es für Leasingnehmer gar nicht so einfach zu beurteilen, ob sie ersatzpflichtig waren oder nicht. Viele Prozesse waren die Folge. Unterdessen hat sich die Situation aber wohl verbessert. Jetzt gibt es Kataloge von Fachleuten und anerkannte Regeln. Die Standards der Dekra für die Fahrzeugbewertung sind ein Beispiel.

Der Dekra Schadenkatalog „Fair Return für PKW“ enthält genaue Definitionen zur Frage Schaden oder nicht und beschreibt im ausführlichen Katalog, in welchen Fällen eine vertragsgemäße Abnutzung bzw. eine wertmindernder Beschädigung anzunehmen ist.

Zudem veröffentlichen viele Leasinggesellschaften auf ihren Webseiten Regel zur fairen Fahrzeugbewertung, die als verbindlich anerkannt werden.

Minderwert

Leasingnehmer müssen den durch Schäden verursachten Minderwert ersetzen. Der Minderwert ist die Differenz zwischen den tatsächlichen Wert des beschädigten Fahrzeuges und dem Wert eines Fahrzeuges gleicher Ausstattung, welches lediglich den üblichen Verschleiß aufweist.

Der Minderwert ist eine kalkulierte Größe, die durch eine objektive, für einen neutralen Beobachter nachvollziehbare Gesamtbetrachtung festgestellt wird. Gegebenenfalls wird der Minderwert durch ein Sachverständigengutachten ermittelt.

Der Minderwert ist nicht mit den Kosten für gegebenenfalls erforderliche Einzelreparaturen gleichzusetzen. Reparaturkosten hat der Leasingnehmer nicht zu erstatten. Der Minderwert kann theoretisch genauso hoch wie die Kosten für eine bestimmte Reparatur, höher oder niedriger sein.

Beweisfragen

Eine über die normale Abnutzung hinausgehende Wertminderung muss vom Leasinggeber, nicht vom Leasingnehmer, bewiesen werden. Dabei kommt dem Rückgabeprotokoll eine große Bedeutung zu. Für den Leasingnehmer bedeutet das:

  • Das Protokoll muss vollständig ausgefüllt und richtig sein, sonst sollte der Leasingnehmer es nicht unterschreiben.
  • Gibt es unterschiedliche Auffassungen über den festgestellten Zustand des Fahrzeuges, sollte der Leasingnehmer seine Sicht der Dinge mit einem entsprechenden Vermerk auf dem Rückgabeprotokoll darstellen, und den Vermerk gesondert zusätzlich unterzeichnen.
  • Gegebenenfalls sind eigene Feststellungen hilfreich, etwa weitere Fotos, die in Kopie dem Rückgabeprotokoll beigefügt werden.
  • Der Leasingnehmer sollte das Fahrzeug selbstverständlich eigenhändig zurückgeben. Hilfreich ist aber die Anwesenheit eines Zeugen.
  • Die Angaben über die Mängelfeststellung im Rückgabeprotokoll sind für spätere Auseinandersetzungen über den Minderwert in der Regel entscheidend.

Händler versuchen oft, alle Wertverschlechterungen auf den Leasingnehmer abzuwälzen, selbst wenn es sich um normalen Verschleiß und keinen relevanten Mangel handelt. Der Grund: Zwar spielt beim Kilometervertrag der Restwert für den Leasingnehmer selbst keine Rolle, aber der den Leasingvertrag vermittelnde Händler garantiert den Leasinggesellschaften oft einen bestimmten Restwert. Zudem sind die Kosten für die Aufbereitung des Fahrzeugs zur Wiederverwertung relativ hoch.

Weitere Tipps

  1. Vor der offiziellen Rückgabe sollte das Fahrzeug auf Schäden gründlich überprüft werden. Hilfreich kann ein Kostenvoranschlag zu eventuell erforderlichen Reparaturen sein, auch wenn nicht die Reparaturkosten sondern die Minderkosten gegebenenfalls ersetzt werden müssen.
  2. Besonders bei teuren Fahrzeugen, die sichtbare Verschleißspuren aufweisen, kann eine gutachterliche Beurteilung des Gesamtzustandes empfehlenswert sein.
  3. Gegebenenfalls empfiehlt sich zudem eine professionelle Innenreinigung oder eine Lackausbesserung vor Rückgabe.
  4. Das Fahrzeug muss so zurückgegeben werden, wie der Leasingnehmer es empfangen hat. Wurden Veränderungen vorgenommen (besondere Reifen, Felgen, Tuningteile) muss das Fahrzeug in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden.
  5. Wer meldet das Leasingfahrzeug ab? Geschieht dies durch den Leasinggeber/Händler, wie viel Zeit wird dafür benötigt?
  6. TÜV Gebühren und Inspektionskosten sollten nur akzeptiert werden, wenn sie regulär während der Laufzeit des Kilometervertrages anfallen.