Ballonkredit oder Ratenkredit zur Autofinanzierung
Ballonkredite (Ballonfinanzierungen) werden häufig zur Autofinanzierung angeboten. Sie unterscheiden sich deutlich von normalen Ratenkreditverträgen. Bei dieser herkömmlichen Autofinanzierung wird ein Kredit aufgenommen, der über einen Zeitraum von z.B. 36 Monaten in gleichen Raten (Tilgung, Zinsen) zurückgezahlt wird. Das ist bei Ballonkrediten völlig anders. Die Ballonfinanzierung bietet während der vereinbarten Laufzeit besonders niedrige Raten, mit dem nur ein Teil des Kaufpreises abgedeckt wird, beispielsweise 50 %. Zum Ende der Laufzeit werden dann die restlichen 50 % des Kaufpreises fällig. Nun hat der Käufer und Kreditnehmer drei Möglichkeiten: Er kann die Schlussrate – den Ballon – bezahlen und ihm wird das Auto übereignet. Er kann das Auto zurückgeben oder er kann den Ballon – die Schlussrate also – wiederum über einen Ratenkredit finanzieren.
Wegen dieser drei Möglichkeiten spricht man auch von einer Drei Wege Finanzierung. Bisweilen wird der Ballonkredit auch Schlussratenkredit genannt. Wird das Fahrzeug zurückgegeben, ähnelt die Ballonfinanzierung einem Mietvertrag. Wird die Schlusszahlung geleistet, kann man den Ballonkredit mit einem Leasingvertrag vergleichen. Die Ballonfinanzierung kann Vorteile haben, etwa wenn die Zinsen während der Laufzeit fallen, und sich die Schlusszahlung deshalb, oder aus anderem Grund, günstig abwickeln lässt. Das Spekulieren auf niedrigere Zinsen in der Zukunft ist aber immer ein Risiko. Die Gefahr vor allem bei Privatkunden liegt darin, dass sie sich von den anfangs sehr niedrigen Raten blenden lassen und die Schlusszahlung sie dann finanziell überfordert. Deshalb Vorsicht bei Ballonkrediten.