Dispozinsen steigen und steigen

Seit geraumer Zeit kennen die Dispozinsen nur eine Richtung – nach Norden. Nach Einschätzung von Experten werden die Dispozinsen weiter anziehen und 2011 neue Höchststände erreichen, im Schnitt 11,29 % p.a.

Beispiele gibt es schon jetzt. Eine große Bank erhöhte die Zinsen für ihre Dispositionskredite um 25 Basispunkte. Bei einem anderen Geldinstitut müssen Kunden für Dispositionskredite jetzt sogar 3 % mehr bezahlen.

 

Staffelzinsen unübersichtlich

 

Eine Falle für viele Bankkunden sind Dispositionskredite mit einem Staffelzinssatz. Beträge von 500 oder 1.000 Euro werden noch relativ günstig vergeben, doch dann steigen die Dispozinsen empfindlich und zwar für den gesamten Betrag.

Die exorbitant hohen Dispozinsen sind umso unverständlicher, als die Geldinstitute sich wegen der geringen Leitzinsen historisch günstig refinanzieren können. Der Leitzins für kurzfristige Verbindlichkeiten beträgt bekanntlich nur 1 %. Der Zinssatz für Tagesgeldanlagen – Tagesgeld dient auch zur Refinanzierung – ist mit 1 – 2 % ebenfalls historisch niedrig.

Es wird geschätzt, dass Banken sich für ca. 1,1 % Zinsen refinanzieren können. Anders ausgedrückt: Die Banken bezahlen nur 1,1 % für Geld, das sie für 11,29 % an ihre Kunden vergeben.

 

Forderung nach gesetzlichen Obergrenzen

 

Genau diese Geschäftspolitik kritisieren Verbraucherschützer und auch Politiker. Sie fordern eine gesetzliche Obergrenze für Dispokredit Zinsen. Nach ihren Vorstellungen soll es einen variablen Zinssatz geben, zusammengesetzt aus dem gesetzlichen Verzugszins und dem Basiszins.

Würde eine solche Regelung realisiert werden, könnten Banken derzeit nicht mehr als 6 % Dispozinsen fordern. Doch eine solche Regelung wird es jedenfalls in naher Zukunft nicht geben.

 

Bank wechseln

 

Verbraucher haben zwei Möglichkeiten, die hohen Dispozinsen wenigstens teilweise zu vermeiden, wenn sie auf einen Dispokredit angewiesen sind. Sie können zunächst einmal die Bank wechseln.

Vor allem Direktbanken bieten teilweise etwas erträglichere Zinssätze an. Wer ein neues Girokonto eröffnet, sollte von vornherein auf die Dispokredit Zinsen achten.

 

Dispokredite umfinanzieren

 

Verbraucher können außerdem teure Dispositionskredite umschulden. Das lohnt sich nicht immer. Es ist aber dann sinnvoll, wenn es sich um größere Beträge handelt, und der Sollsaldo nicht aus dem laufenden Einkommen zügig ausgeglichen werden kann.

Zur Umschuldung eignen sich Abrufkredite, und manchmal rechnet sich eine Umfinanzierung selbst mit relativ teuren Krediten ohne SCHUFA. Am günstigsten ist jedoch die Aufnahme kleiner Ratenkredite.

Gerade bei Kleinkrediten gibt es manchmal Sonderangebote mit Zinsen um 5 – 7 % bei guter Bonität. Der Durchschnittszinssatz für Ratenkredite soll derzeit etwas über 7 % liegen.

Bedenkt man, dass die Dispozinsen im Schnitt 11,29 % und manchmal mehr betragen, lohnt sich eine Umschuldung teurer Dispositonskredite allemal.