Fremdwährungskredit als Privatkredit

Bei Geschäftskrediten ist er seit langem  üblich, der Fremdwährungskredit.

Seit einiger Zeit gibt es in Deutschland spezielle Anbieter, die Fremdwährungskredite insbesondere im Rahmen von Immobilienfinanzierungen auch für Privatpersonen ausgeben.

Definition

Ein Fremdwährungskredit ist ein Darlehen, welches, anders als beim Auslandskredit, nicht in der eigenen Währung, also in Euro, sondern in einer anderen Währung aufgenommen wird. Dabei kommen Währungen  von Ländern in Betracht, in denen das Zinsniveau deutlich niedriger ist als in Deutschland.

Besonders beliebt waren in der Vergangenheit Schweizer Franken oder der japanische Yen. Mit den Schweizer Franken ließen sich beispielsweise bis zu 75 % der Zinskosten einsparen.

Beim Fremdwährungsdarlehen spielt also der Unterschied im Zinsniveau eine wichtige Rolle. Ein weiterer Punkt sind die Auswirkungen von steigenden oder fallenden Wechselkursen.

Risiko liegt in der Entwicklung der Wechselkurse.

Bei steigenden Wechselkursenentsteht ein Wechselkursgewinn, der die Aufwendungen für den Kredit noch mal erheblich senken kann. Fallen die Wechselkurse, steht man allerdings vor einem Verlust, der den Geldbeutel manchmal ganz schön strapaziert.

Ein Euro war am 25.4.2009 um 21:32:51 Uhr 1,5080 CHF (Schweizer Franken) wert. Wer zu diesem Kurs einen Kredit in Schweizer Franken aufnimmt über 1.000 Euro als Ausgangswährung, bekommt dafür 1.508 CHF.

Nach einem Monat soll der Kurs 1 Euro = 1,60 CHF betragen. 1.000 Euro entsprechen dann 1.600 CHF. In diesem Fall entsteht zu diesem Zeitpunkt ein Wechselkursgewinn in Höhe von 57,50 Euro. Dann könnte man diesen Kredit zu diesem Zeitpunkt mit 942,50 Euro zurückzahlen (1.508 CHF dividiert durch 1,60 CHF = 942,50 Euro).

Fällt der Euro zum Schweizer Franken, sieht die Rechnung natürlich anders aus. Angenommen der Euro ist jetzt nur noch 1,40 CHF wert. Dann ergibt sich folgende Rechnung:  1.508 CHF : 1,40 Wechselkurs = 1.077,14 Euro, die für die Rückzahlung des 1.000 Euro Darlehens jetzt aufgewendet werden müssen.

Die Entwicklung des Wechselkurses ist also das eigentliche Risiko des Fremdwährungskredits. Hiergegen haben die Spezialanbieter von Fremdwährungsdarlehen im Wesentlichen zwei Instrumente entwickelt.

Aktives Devisenmanagement, Hedging & Stillhaltegeschäfte

Das erste ist das aktive Devisenmanagement. Droht ein Währungsverlust, wird von einer in eine andere Währung gewechselt. Das nennt man „switchen“. Auf diese Weise sollen dann die Vorteile des Fremdwährungskredits gerettet werden.

Eine weitere Möglichkeit ist das so genannte Hedging. Damit ist hier das Absichern des Kreditgeschäftes gegen Wechselkursschwankungen gemeint. Das geschieht in der Regel über Termingeschäfte (Optionen oder Futures).

Eine Möglichkeit in diesem Zusammenhang sind Stillhaltegeschäfte. Neben dem eigentlichen Kreditgeschäft geht der Kreditnehmer noch ein so genanntes Stillhaltegeschäft ein.

Er verkauft Optionen auf die Wechselkursentwicklung, agiert also als Stillhalter, und erhält bei günstiger Marktentwicklung dafür eine Prämie. Läuft es gut, kann er damit sogar einen Großteil der Tilgung finanzieren.

Gerade an diesem Punkt wird deutlich, mit welch immensen RisikenFremdwährungskredite verbunden sind. Entwickeln sich die Märkte in die falsche Richtung, drohen erhebliche Verluste.

Fremdwährungskredit wenig geeignet zur privaten Hausfinanzierung

Fremdwährungsdarlehen auch noch gekoppelt mit Stillhaltegeschäften setzen eine hohe Risikobereitschaft und die finanzielle Möglichkeit voraus, erhebliche Verluste wegstecken zu können.

Für Familien, die ihr Eigenheim finanzieren möchten, kommen sie sicher nicht in Betracht. Hier sind sie als Privatkredit ungeeignet, zumal bei Fremdwährungskredit und Stillhaltegeschäft soweit ersichtlich auch die öffentliche Förderung über KfW Darlehen entfällt.