Kautionsbürgschaft oder Mietbürgschaft statt Mietkaution

Die Kautionsbürgschaft ist in Deutschland ein recht neues Modell, während die Mietbürgschaft über eine Bank schon länger als Ersatz für die herkömmliche Mietkaution üblich ist.

Kautionsbürgschaft: Vorteile & Nachteile für Mieter und Vermieter

Die Kautionsbürgschaft wird von Versicherungen gewährt, an die der Mieter monatlich Prämien zahlt. Die Anbieter der Kautionsbürgschaft verweisen auf dieFlexibilität des neuen Modells zur Absicherung eventueller Vermieteransprüche. Der Mieter spart jedenfalls zunächst die Mietkaution. Im Idealfall wird die Mietkaution überhaupt nicht fällig.

Tritt der Kautionsfall ein, zahlt der Versicherer die Kaution an den Vermieter aus und fordert den Betrag vom Mieter zurück.

Für den Erhalt seines finanziellen Spielraums muss der Mieter allerdings neben einer Prämie von häufig 5 % der Kautionssumme jährlich auch noch eine geringe Bearbeitungsgebühr aufwenden.

Außerdem holt der Versicherer eine Schufaauskunft ein, denn der Vertrag über die Kautionsbürgschaft, auch Wohnbürgschaft genannt, kommt nur bei positiver Schufaauskunft zustande. Allein durch die Schufaanfrage des Versicherers kann die Bonität des Mieters unter Umständen negativ beeinflusst werden.

Tritt der Kautionsfall ein, weil der Vermieter Ansprüche wegen Reparaturen einfordert, hat der Mieter keinen Einfluss auf die Höhe der Aufwendungen, und deren Angemessenheit ist im Nachhinein nur schwer festzustellen.

Für den Vermieter bedeutet die Kautionsbürgschaft erhebliche Verwaltungs- und Kosteneinsparungen gegenüber der herkömmlichen Kautionspraxis. Er muss weder Bargeld anlegen, noch Sparbücher verwalten oder auf die Teilzahlungen warten.

Wegen der Schufaauskunft kann er sicher sein, dass sein Mieter im Zeitpunkt des Abschlusses des Mietvertrages persönlich kreditwürdig ist.

Die Versicherungsbedingungen für die Kautionsbürgschaft sind allerdings oft unklar, und im Zweifelsfall ist es deshalb nicht sicher, ob der Vermieter sein Geld auch tatsächlich erhält.

Mietbürgschaft für Mieter teuer

Auch bei einer Mietbürgschaft von der Bank behält der Mieter seine Liquidität. Die Bank lässt sich die Dienstleistung, eine Mietbürgschaft zu stellen, natürlich bezahlen.

Die Ausstellung der Bürgschaftsurkunde kostet etwa 50 Euro. Üblich sind auch zusätzliche Kontogebühren und die jährliche Zahlung von bis zu 5 % des vereinbarten Kautionsbetrages. Ist man bei der Bank, die die Mietbürgschaft ausstellt, bereits Kunde, sind die Kosten häufig etwas geringer.

Mietkaution bei genügend Kapital die beste Lösung

Der Vorteil der herkömmlichen Mietkaution liegt in der überschaubaren Handhabung für Mieter und Vermieter. Für den Mieter besteht der weitere Vorteil, dass er keine verlorenen Zahlungen an Dritte leisten muss.

Tritt der Kautionsfall nicht ein, erhält er die gesamte Mietkaution nebst – wenn auch geringen – Zinsen zurück.

Wie die Sicherheitsleistung erbracht werden soll, durch herkömmliche Mietkaution, Mietbürgschaft der Bank oder Kautionsbürgschaft, unterliegt der Vereinbarung zwischen Mieter und Vermieter im Einzelfall.