Kontoführung, Kontoüberziehung und Kreditwürdigkeit

Vom Zusammenhang zwischen Kontoführung, Kontoüberziehung und Kreditwürdigkeit erfahren Bankkunden in der Regel erst, wenn sie einen Kredit beantragen.

Manche wundern sich, dass der Kreditsachbearbeiter die Vorlage von Kontoauszügen der letzten paar Wochen oder Monate verlangt. Anhand der Kontoauszüge will er aber keinesfalls die Höhe der regelmäßigen Geldeingängen prüfen, sondern es geht um die Seriosität der Kontoführung.

Kreditwürdigkeitsprüfung  auch anhand von Kontoauszügen

Wird ein Kreditantrag gestellt, kommt es immer zu einer Kreditwürdigkeitsprüfung. Dabei werden zwei Seiten der Bonität untersucht; die Zuverlässigkeit des Antragstellers und seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit.

Die Zuverlässigkeit, mit der ein Antragsteller den Kredit voraussichtlich zurückzahlen wird, ergibt sich unter anderem aus einer Auskunft, die bei einer Wirtschaftsauskunftei eingeholt wird. Meistens handelt es sich dabei um die Schufa. Manchmal werden sogar mehrere Auskunfteien bemüht, um die persönliche Kreditwürdigkeit festzustellen.

Die wirtschaftliche Kreditwürdigkeit wird anhand von aussagefähigen Unterlagen über die Einkommens-und Vermögenslage festgestellt. Dabei spielen auch die persönlichen Lebensumstände eine Rolle, die sich im übrigen nicht aus einer Schufaauskunft ergeben. Gemeint sind beispielsweise der Personenstand und ob besondere Belastungen wie Unterhaltsverpflichtungen vorliegen.

Im Rahmen dieser Bonitätsprüfung gehen Banken zunehmend dazu über, der Seriosität der Kontoführung eine hohe Priorität einzuräumen.

Die Entwicklung von Soll und Haben auf einem Konto ermöglicht Rückschlüsse darüber, wie der Kontoinhaber mit seinen Finanzen umgehen kann. Kontoentwicklungen lassen sich im übrigen einfach auswerten und ohne große Mühe in Verbindung zum Rückzahlungsverhalten bei Krediten bringen.

Rücklastschriften beeinträchtigen Bonität

So stellen Rücklastschriften mangels Deckung die Kreditwürdigkeit des Kontoinhabers infrage. Werden Kontoüberziehungen über den gewährten Disporahmen hinaus festgestellt, spricht dies ebenfalls gegen den Kreditantragsteller.

Bei Kontoüberziehungen handelt es sich um selbst gewährte Darlehen ohne vertragliche Grundlage, selbst wenn die Kontoüberziehung von der Bank letztlich geduldet wird.

Ein negatives Bild entsteht schließlich auch, wenn der eingeräumte, also vertraglich vereinbarte, Dispositionsrahmen ständig über längere Zeit ausgeschöpft wird. Manche Banken meinen, dass auch dies, an sich vereinbarungsgemäße Verhalten, auf mangelnde Bonität schließen lässt.

Viele Bankkunden betrachten Dispositionskredite nicht als Notreserve. Sie planen den Dispo von vornherein in ihre Finanzen mit ein. Das ist nicht nur mit Blick auf die Bonität ein Fehler.

Dispositionskredite durch Ratenkredite ablösen

Die laufende Inanspruchnahme von Dispositionskrediten verursacht darüber hinaus unnötige Kosten. Denn ein Dispositionskredit ist besonders teuer.

Wer permanent seinen Dispositionsrahmen ausschöpft oder sogar überzieht, ist gut beraten, über eine Umschuldung in einen Ratenkredit nachzudenken.

Dadurch werden Kosten gespart, und die Bonität wird nicht durch Zweifel an der Seriosität der Kontoführung negativ beeinträchtigt. Im Gegenteil: Ein ordnungsgemäß zurückgeführter Ratenkredit ist ein Positivmerkmal in der Schufadatei und kann die persönliche Kreditwürdigkeit des Kreditantragstellers erhöhen.