Kreditablehnung: nicht gleich aufgeben

Die Ablehnung eines Kredits trifft manche Bankkunden unerwartet. Viele werfen daraufhin die Flinte ins Korn oder vertrauen sich unseriösen Geschäftemachern an in der Hoffnung, dass sich mit deren Hilfe der Darlehenswunsch dennoch realisieren lässt.

Besser ist es jedoch, zunächst einmal tief durchzuatmen und sich über die Gründe der Kreditablehnung zu informieren. Es wäre falsch, übereilt den nächsten Kreditantrag zu stellen, und eine erneute Ablehnung des gewünschten Darlehens zu riskieren.

Sind die Gründe der Darlehensablehnung bekannt, kann besser eingeschätzt werden, ob ein erneuter gegebenenfalls modifizierter Darlehensantrag bei derselben Bank oder bei einem anderen Geldinstitut eventuell Erfolg haben kann.

Es kommt vor, dass Banken, vor allem Internetbanken, die Kreditablehnung nicht begründen und auch eine Nachfrage nichts bringt. Im Folgenden werden die wichtigsten Ablehnungsgründe kurz dargestellt.

 

Gründe für die Kreditablehnung

 

Kreditablehnungen können ihre Ursache in den wirtschaftlichen Verhältnissen oder im Verhalten der Antragsteller haben.

Häufig sind Probleme mit der SCHUFA oder mit anderen Auskunfteien, beispielsweise mit Infoscore, für die Ablehnung des gewünschten Darlehens verantwortlich. Eine kostenlose SCHUFA Selbstauskunft, bevor die Kreditanfrage eingereicht wird, schützt vor Überraschungen.

Verbraucher sollten immer Fehler, auch bei der Darstellung von persönlichen Verhältnissen, wie beispielsweise bei der Angabe des Wohnortes, unverzüglich berichtigen lassen.

Möglich ist jedoch auch eine Kreditablehnung trotz positiver SCHUFA. Dann ist davon auszugehen, dass die Bank nach Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Antragstellers Probleme bei der Rückführung des Darlehens sieht.

Negativer SCHUFA-Eintrag und schlechter Scorewert

Viele Banken vergeben beim Vorliegen von Negativmerkmalen oder wenn ein bestimmter Scorewert nicht erreicht wird, von vornherein keine Kredite. Das gilt selbst bei erledigten negativen SCHUFA-Eintragungen.

Personen mit schlechter SCHUFA können in Ausnahmefällen jedoch Darlehen über seriöse Kreditvermittler erhalten, die Vorkosten nicht erheben. Es gibt auch, allerdings teure, Kleinkredite ohne SCHUFA bis zu 5.000 €.

Filialbanken und auch die Mehrzahl der Internetbanken hingegen werden sich schwer tun, bei negativen SCHUFA-Einträgen Kredite zu vergeben. Hausbanken machen manchmal Ausnahmen, wenn besondere Sicherheiten gestellt werden können. Autokredite werden oft auch bei kleineren SCHUFA-Problemen bewilligt.

Reicht der Scorewert nicht, kann eine Kreditanfrage bei einem anderen Geldinstitut weiterhelfen. Banken legen an die Kreditwürdigkeitsprüfung unterschiedliche Maßstäbe an.

Kein ausreichendes Einkommen

Beim Einkommen legen die Banken Wert auf zwei Kriterien: Zunächst müssen die laufenden Einkünfte ausreichen, um den Kredit in der gewünschten Höhe zurückführen zu können. Darüber wird aber auch auf die Dauerhaftigkeit der Einkünfte Wert gelegt.

Liegen die Einkünfte unterhalb des pfändbaren Einkommens, wird grundsätzlich kein Darlehen gewährt. Gleiches gilt, wenn soziale Leistungen in Anspruch genommen werden wie Arbeitslosengeld. Befindet sich der Kreditkunde in einem Probearbeitsverhältnis oder in einem befristeten Arbeitsverhältnis, ist eine Kreditvergabe ebenfalls nur schwer möglich.

Eine Lösung kann darin bestehen, dass eine solvente dritte Person der eigentliche Kreditnehmer wird. Möglich ist eine selbstschuldnerische Bürgschaft. Weiter verbreitet ist der unmittelbare Eintritt der dritten Person.

Wirtschaftlich betrachtet, ist die dritte Person der eigentliche Kreditnehmer. Sie muss alle von der Bank geforderten Kreditwürdigkeitskriterien erfüllen.

In bestimmten Fällen kann es möglicherweise Ausnahmen von den oben dargestellten Grundsätzen geben. Könnte beispielsweise ein arbeitsloser Antragsteller oder ein Kreditsuchender in einem Probearbeitsverhältnis Zinsen und Tilgung eigentlich schultern, wird eine Kreditvergabe vielleicht durch weitere Sicherheiten ermöglicht.

Als Sicherheiten kommen alle Vermögenswerte in Betracht wie Wertpapiere, Lebensversicherungen Sparguthaben oder unbelastetes Grundvermögen.

Missverhältnis zwischen Einkommen und laufender Kreditbelastung

Neben der Zinshöhe wird die monatliche Belastung durch zwei Komponenten bestimmt: die Höhe der Kreditsumme und die Kreditlaufzeit.

Ist ein Missverhältnis zwischen Einkommen und Kredithöhe der Grund für die Ablehnung, kann gegebenenfalls nachgebessert werden. Möglich ist, die Kreditsumme zu verringern oder die Kreditlaufzeit zu erhöhen. Durch beide Maßnahmen minimiert sich die monatliche Belastung.

Bestehende Verbindlichkeiten

Bereits bestehende Verbindlichkeiten können sich als Hinderungsgrund erweisen, wenn die Rückführung des gewünschten Kredits dadurch infrage gestellt werden könnte, zum Beispiel durch Forderungsabtretungen zur Besicherung von Vorkrediten.

Auch die dauerhafte Ausnutzung des Dispositionsrahmens macht eine Kreditvergabe in den meisten Fällen unmöglich.

Rücklastschriften, Dispoüberziehungen und Buchungen von Inkassounternehmen

Bevor Kredite vergeben werden, verlangen viele Banken die Vorlage von Kontoauszügen aus den letzten Monaten. Überziehungen des Dispositionskredits und Buchungen von Inkassounternehmen deuten auf erhebliche finanzielle Probleme hin. Eine Kreditvergabe ist praktisch ausgeschlossen.

Gleiches gilt bei Rücklastschriften, es sei denn der Antragsteller hat zu Unrecht eingezogene Beträge „zurückgeholt“. Ist das der Fall, sollte die gebende Bank darüber aufgeklärt werden.

Online Finanzdienstleister gewähren bisweilen Darlehen zur Konsolidierung der finanziellen Verhältnisse. In diesen Fällen schließen beispielsweise Rücklastschriften eine Darlehensvergabe nicht von vornherein aus. Erforderlich ist allerdings das Vorhandensein von Grundvermögen, auf das eine Grundschuld eingetragen werden kann.

Falsche Angaben im Antragsformular

Banken können anhand von Auskünften bei der SCHUFA oder bei anderen Auskunfteien feststellen, ob die Angaben zu den wirtschaftlichen Verhältnissen im Antragsformular richtig und vollständig waren.

Deswegen müssen alle Fragen wahrheitsgemäß beantwortet werden, andernfalls riskiert man eine Ablehnung des gewünschten Darlehens. Besonders bestehende Verbindlichkeiten unter Einschluss von Rahmenkrediten und Leasingraten dürfen nicht vergessen werden.

Kredite an Selbstständige und Freiberufler

Diese Berufsgruppe hat es nicht einfach, wenn es um die Aufnahme eines Darlehens für private Zwecke geht. Zu geringe Umsätze oder zu unregelmäßige Umsätze sind ein beliebter Ablehnungsgrund.

Darüber hinaus spielt die Dauer der Selbstständigkeit eine große Rolle. In der Regel werden Darlehen nur bewilligt, sofern der Antragsteller wenigstens drei Jahre selbstständig ist.

Der bekannte deutsche Kreditvermittler Creditolo vergibt Kredite für Selbstständige ab dem 1. Monat der Selbstständigkeit. Oft sind nur wenige Unterlagen zum Nachweis des Einkommens erforderlich. Ein Unterschied nach Berufsgruppen wird nicht gemacht. Darlehen sind sowohl für Freiberufler als auch für Gewerbetreibende und Handwerker möglich. Nennenswerte Zinsaufschläge gegenüber Darlehen an Arbeitnehmer soll es nicht geben.

Überschreitung der Altersgrenze

In vielen Ländern, so etwa in den USA, ist die Diskriminierung von Rentnern und Pensionären bei der Kreditvergabe verboten. In Deutschland ist eine Kreditablehnung wegen des Alters des Antragstellers aber durchaus gang und gäbe, selbst wenn dieser Grund nicht ausdrücklich benannt wird.

Einige Finanzdienstleister werben aber ausdrücklich mit der Vergabe von Darlehen an Senioren ohne Altersbegrenzung. Möglich sind darüber hinaus zusätzliche Sicherheiten oder die Kreditaufnahme durch dritte Personen, zum Beispiel durch nahe Verwandte.

 

Neuer Antrag nach Kreditablehnung?

 

Die Ablehnung eines Darlehens sollte immer zum Anlass genommen werden, die eigene Kreditfähigkeit noch einmal zu überprüfen. Bin ich wirklich wirtschaftlich in der Lage, den gewünschten Kredit verkraften zu können?

Wird die Frage bejaht, können gegebenenfalls weitere Sicherheiten gestellt werden oder können persönliche Probleme wie die Nichtangabe von Leasingverträgen und anderes ausgeräumt werden, ist eine erneute Kreditanfrage sinnvoll.

Beispielsweise kann man mit seiner Hausbank über die Höhe des Darlehens und dessen Laufzeit verhandeln oder zusätzliche Sicherheiten anbieten.

Gleichzeitig oder stattdessen können Kreditanfragen bei anderen Geldinstituten gestellt werden. Jede Bank hat ihre eigenen Kreditvergaberichtlinien. So ist es durchaus möglich, dass die nächste Bank ein Darlehen ohne weiteres vergibt, während die erste Bank eine Kreditvergabe abgelehnt hat.

 

Nach Kreditablehnung SCHUFA Eintrag?

 

Kreditkunden sollten darauf achten, dass ihre Anfragen immer als Konditionenanfragen gewertet werden. Die Ablehnung eines Kredits wird, soweit ersichtlich, nicht ausdrücklich in die SCHUFA-Datei eingetragen. Wohl aber jeder richtige Kreditantrag.

Zu viele echte Kreditanträge können sich negativ auf die Kreditwürdigkeit und den Score Wert auswirken. Ein Kreditantrag beeinflusst den Score Wert solange er in der Datei gespeichert ist, nämlich ein Jahr lang.

Das Merkmal „Anfrage Kredit“ bleibt für andere Kreditinstitute allerdings nur zehn Tage sichtbar. Solange die Sichtbarkeit besteht, können Banken daraus entnehmen, dass trotz Kreditantrag ein Darlehen nicht zu Stande gekommen ist.