Umschulden günstig gestalten


Umschulden günstig gestalten bedeutet zunächst einmal, sich einen Überblick über die bestehenden Verbindlichkeiten zu verschaffen und dann mit dem spitzen Bleistift zu rechnen. Nicht jede Umschuldung, die auf den ersten Blick günstig erscheint, ist es auch wirklich.

 

Die erste Frage lautet, so banal es klingt: Warum möchte ich umschulden? Mehrere Gründe kommen in Betracht. Man ist einfach auf der Suche nach einem günstigeren Kredit oder Anschlusskredit. Man hat mehrere Kredite und möchte, abgesehen von günstigeren Konditionen alle Kredite wegen der besseren Übersichtlichkeit auf einem einzigen Umschuldungskredit konzentrieren. Oder man hat ernste finanzielle Probleme und möchte mit Hilfe des Umschuldens in einen vermeintlich günstigeren Kredit einen Teil seines finanziellen Spielraums zurückgewinnen. Ist das der Fall, sollte man sich selbst mit dem Umschulden nicht weiter befassen, sondern die Hilfe von Fachleuten, z.B. der Schuldnerberatung, in Anspruch nehmen.

 

In einem nächsten Schritt werden alle Verbindlichkeiten zusammengestellt. Die Bestandsaufnahme umfasst auch die Summe aller monatlichen Ratenzahlungen. Dabei sollte man sich die Kreditbedingungen im Einzelnen nochmals vergegenwärtigen. Wie hoch ist der effektive Zins, werden noch weitere Kosten und Gebühren berechnet sind andere Verträge (Restschuldversicherungen) abgeschlossen worden zu welchen Kosten, und welche Beträge sind schon getilgt?

 

Was  mit den Vorkrediten beim Umschulden passiert, ist ein weiterer wichtiger Punkt. Gibt es Regelungen über Vorfälligkeitsentschädigungen bei vorzeitiger Tilgung? Wenn ja, sind diese Regelungen rechtlich korrekt, und wie hoch ist eine mögliche Vorfälligkeitsentschädigung (verbindliche Auskunft einholen)? Was passiert beim Umschulden mit möglichen Zusatzverträgen? Muss eine Restschuldversicherung gekündigt werden, und wie wird mit einem möglichen Rückkaufswert verfahren?

 

Schließlich geht es um den Umschuldungskredit selbst. Wer ein gutes Angebot herausfinden will, kommt nicht umhin, möglichst viele Angebote – kostenlos und unverbindlich! – zu vergleichen. Wichtig ist eine konkrete Konditionenanfrage. Auf die Werbung mit besonders günstigen Zinsen darf man sich nicht verlassen. Auch seriöse Banken arbeiten im heftig umkämpften Kreditmarkt mit Lockvogelangeboten, die nur bei Kunden mit ausgezeichneter Bonität zum Zuge kommen. Wie hoch ist der Effektivzins? Fallen beim Umschuldungskredit noch weitere Kosten oder Gebühren an? Muss evtl. eine neue Restschuldversicherung abgeschlossen werden, die dann wegen eines höheren Eintrittsalters teurer ist?

 

Wer diese Überlegungen angestellt hat, kann ziemlich sicher sein, eine günstige Umschuldung hinzukriegen. Die Abwicklung der Umschuldung ist dann meistens recht einfach und wird in der Regel von der Bank übernommen, die die Umschuldung anbietet. Das kann auch die Bank des Vorkredits sein. Es ist vielleicht sogar sinnvoll, nach dem Einholen von Vergleichsangeboten zunächst die Hausbank zu fragen, ob günstiges Umschulden möglich ist.

Anschlussfinanzierung bei niedrigem Bauzins


Wem jetzt eine Anschlussfinanzierung angeboten wird, weil die Zinsbindungsfrist abläuft, der hat eigentlich Glück. Er kann besonders günstige Konditionen ergattern, denn die Bauzinsen sind so niedrig, wie seit 50 Jahren nicht mehr. Klug ist es, nicht einfach das erstbeste Angebot der erstfinanzierenden Bank einzuholen, sondern die Offerte der Bank zur Anschlussfinanzierung genau zu prüfen und auch Vergleichsangebote einzuholen.

 

Aber auch Hausbesitzer mit einem laufenden Kredit können in gewissem Umfang vom günstigen Baugeld profitieren. Läuft der Kredit in drei bis sechs Monaten ab, kann schon jetzt eine Anschlussfinanzierung denkbar sein. Ermöglicht wird dies durch die bereitstellungszinsfreie Zeit, so dass die Anschlussfinanzierung erst in drei bis 6 Monaten beginnen muss. Bevor man eine vertragliche Verpflichtung eingeht, sollte man sich allerdings genau nach den Bedingungen erkundigen.

 

Läuft die Zinsbindung erst in 12 – 36 Monaten ab, kann man die Anschlussfinanzierung durch einen Forwardkredit absichern und so von den niedrigen Zinsen profitieren. Die Laufzeit der Forwardkredite beträgt in der Regel maximal 36 Monate, in einzelnen Fällen werden sogar längere Laufzeiten angeboten. Allerdings erhöht sich der Zinssatz der Anschlusskredite bei dieser Konstellation um die geringen Kosten des Forwardkredits.

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