Kreditvermittlung: Unseriöse Praktiken

Kreditbroker sind in aller Regel seriöse Finanzdienstleister, aber es gibt auch eine Reihe unseriöser Kreditvermittler, die sowohl online als auch offline tätig sind. Manche von ihnen begehen Kreditbetrug oder Kreditvermittlungsbetrug.

Manche von ihnen begehen Kreditbetrug oder besser Kreditvermittlungsbetrug.

Zwar wird im Zusammenhang mit der Schädigung von Kreditnehmern häufig der Begriff Kreditbetrug verwandt. Diese Bezeichnung ist aber eigentlich nicht korrekt. Der Kreditbetrug ist in Paragraf 285b des Strafgesetzbuches geregelt.

Er bezieht sich nur auf Betriebe und Unternehmen. Unter Strafe gestellt wird das Erschleichen von Darlehen durch unrichtige Angaben. Es handelt sich um ein sogenanntes abstraktes Gefährdungsdelikt. Die Kreditgeber müssen keinen tatsächlichen Schaden erlitten haben, und es bedarf keiner konkreten Vermögensgefährdung, damit der Straftatbestand erfüllt wird.

Kreditsuchende können auch geschädigt werden, ohne dass ein Kreditvermittlungsbetrug vorliegt. Viele schwarze Schafe der Branche operieren im sogenannten Graubereich und oft kann Ihnen eine strafbare Handlung nicht nachgewiesen werden.

Kreditvermittler verhelfen zu günstigen Darlehen

Die Kreditvermittlung ist eine durchaus sinnvolle Dienstleistung. Kreditvermittler bringen Kreditsuchende und Kreditgeber zusammen, indem sie für ihre Kunden, die Kreditnehmer, aus einer Vielzahl von Angeboten das für sie günstigste, maßgeschneiderte Kreditangebot herausfinden.

Informationen zu seriösen Kreditvermittlern:

Dazu nehmen sie Kontakt zu ihren Partnerbanken auf. Besonders die Marktführer der Branche können auf eine Vielzahl von Partnerbank-Kontakten zurückgreifen und ihren Kunden auf diese Weise das beste Angebot unterbreiten.

Seriöse Kreditvermittler werden niemals Vorkosten verlangen oder mit solchen Angeboten, wie „Darlehen auch für Hartz-IV-Empfänger“ werben. Die Kreditvermittlung wird bei ihnen erst bezahlt, wenn der Darlehensvertrag unter Dach und Fach ist. Kreditanfrage und Kreditangebot sind immer kostenlos und unverbindlich.

Schema beim Kreditbetrug: Die Methoden unseriöser Kreditvermittler

Anders ist das bei den schwarzen Schafen, die in vielen Fällen eine Kreditvermittlung überhaupt nicht beabsichtigen und dazu auch gar nicht in der Lage sind. Unseriöse Kreditvermittler haben es allein auf das Geld der Kreditsuchenden abgesehen.

Um sich zu bereichern, fallen ihnen immer wieder neue Tricks und Betrügereien ein. Es ist deshalb schwer, eine abschließende Liste darüber zu erstellen.

Glücklicherweise lassen sich aber unseriöse Kreditvermittler oder Kreditbetrüger sehr leicht erkennen. Sie arbeiten im Wesentlichen immer nach dem gleichen Schema. Wer dieses Schema kennt, kann sich nicht so leicht überraschen lassen.

Windige Geschäftemacher unterbreiten vollmundige Angebote und versprechen Kredite in beliebiger Höhe einfach und ohne Sicherheiten, ohne Schufa und ohne Bonitätsprüfung.

Sie wenden sich also in erster Linie an Personengruppen, die eigentlich keinen Kredit bekommen können und deren Kreditwünsche wahrscheinlich zuvor bereits mehrfach abgelehnt wurden. Diesen versprechen sie Darlehen, die in dieser Form selbst von Kreditnehmern mit guter Bonität nur selten in Anspruch genommen werden können.

Utopische Kreditangebote

Typische Sprüche in diesem Zusammenhang sind: Kredit ohne Schufa für Arbeitslose, Kredit ohne Einkommensnachweis und Schufa, Kredit ohne Bonität oder Bonitätsprüfung.

All diese Darlehensformen gibt es nicht. Keine Bank der Welt vergibt Darlehen ohne Prüfung der Kreditwürdigkeit und ohne die erforderlichen Sicherheiten. Arbeitslose odergar Hartz-IV-Empfänger bekommen keine eigenen Kredite.

Eine Kreditvermittlung an diese Personengruppen ist deshalb ausgeschlossen. Seriöse Kreditbroker können online Kredit ohne Schufa vermitteln, aber niemals ohne Bonitätsprüfung, die unter anderem durch Vorlage von Gehaltsbescheinigungen geschieht. Schweizer Kredite ohne Schufa sind außerdem Kleinkredite und niemals in beliebiger Höhe verfügbar.

Verlangt werden Vorkosten

Unseriöse Kreditvermittler erheben immer Vorkosten. Weil sie eine Kreditvermittlung weder anstreben noch zustande kriegen, müssen sie beim Kreditsuchenden vorher abkassieren. Dabei bedienen sie sich unterschiedlicher Methoden. Hier eine Auswahl:

  1. Sehr häufig werden Gebühren oder Kosten per Nachnahme erhoben. Der Kreditsuchende soll Unterlagen oder Kreditanträge per Nachnahme bezahlen. Für sein Geld erhält er dann wertloses Papier, beispielsweise Listen von Kreditgebern.
  2. Auch teure Faxabrufe sind eine gängige Betrugsmasche. Meistens werden umfangreiche, völlig wertlose Adresslisten gefaxt.
  3. Besonders in Kleinanzeigen wird mit Kredit-Hotlines – Bezahl-Telefonnummern – geworben. Ruft ein Kreditsuchender an, wird er geschickt so lange wie möglich in der Leitung gehalten. Er wird mehrfach verbunden, und es werden unzählige Daten abgefragt. Zur Kreditvergabe kommt es aber leider nicht.
  4. Seriös wirkt die folgende Betrugsmasche: Nachdem der Kreditsuchende dem unseriösen Kreditvermittler alle möglichen Unterlagen zur Verfügung gestellt hat, verlangt dieser als Vertrauensbeweis die Vorauszahlung von einer oder mehreren Kreditraten.
  5. Beliebt sind Gebühren für Sonderleistungen. Der angebliche Kreditvermittler verspricht beispielsweise besonders schnelle Bearbeitung des Kreditantrags und Auszahlung der Darlehenssumme gegen die Zahlung eines zusätzlichen Entgelts.
  6. Kreditvermittlungsbetrüger müssen aus dem Blickfeld ihrer Opfer und der Ermittlungsbehörden verschwinden, sobald sie erfolgreich abkassiert haben. Hin und wieder treten sie deshalb als Finanzdienstleister aus dem Ausland auf oder lassen sich ausgefüllte Überweisungsformulare über Vorschüsse oder anderer Zahlungen geben.
  7. Manchmal wird auch einfach eine Kreditbeschaffungsprovision verlangt. Es handelt sich um nichts anderes als um Kreditbetrug oder Kreditbeschaffungsbetrug. Hat der Kreditsuchende bezahlt, ist der angebliche Kreditvermittler verschwunden und nicht mehr zu erreichen.

Kalter Versicherungsvertrieb

Eine weitere Methode unseriöser Kreditvermittler ist der so genannte kalte Versicherungsvertrieb. Dem Kreditsuchenden werden Versicherungen oder irgendwelche andere Finanzprodukte angeboten.

Das ist nicht in jedem Fall unseriös, wenn es nach Abschluss dieser Verträge tatsächlich auch zu einem Kreditvertrag kommt. Doch unseriöse Kreditvermittler wollen überhaupt keinen Kredit vergeben, sondern haben es allein auf den Versicherungsvertrag abgesehen, dessen Abschluss sie als bedingungslose Vorleistung verlangen.

Opfer unseriöser Kreditvermittler sind meistens Personen, die nur schwer oder überhaupt nicht Kredit erhalten können: Das sind Rentner, Arbeitslose, Hartz-IV-Empfänger oder auch Selbständige.

Diese Personen sollten besonders Acht geben, wenn sie eine Kreditvermittlung in Anspruch nehmen und sich das Schema von Kreditvermittlungsbetrügern vor Augen führen: absurde und irreale Kreditversprechen, Vorkosten aller Art und manchmal Verhaltensmuster, die ein Verschwinden auf nimmer Wiedersehen ermöglichen.