Lombardkredit

Der Lombardkredit gehört in die Kategorie der Realkredite. Es handelt sich um einen durch bewegliche Sachen oder verbriefte Rechte gesicherten Kredit.

Wird als Sicherheit eine Immobilie gestellt, handelt es sich nicht um einen Lombardkredit.

Die Leistung der Sicherheit geschieht durch ein Pfandrecht (Faustpfand). Kreditgeber und Kreditnehmer einigen sich über die Verpfändung und das Pfand wird an den Kreditgeber übergeben. Der wird auf diese Weise Besitzer, der Kreditnehmer behält allerdings das Eigentum.

Ebenso wie beim Immobilienkredit wird in der Regel nicht der gesamte Wert als Sicherheit herangezogen, sondern lediglich ein Prozentsatz, etwa 50 % bis 80 %.

Beleihungsgrenzen

Die Beleihungsgrenzen sind je nach Pfandgegenstand unterschiedlich. Unterschieden werden Wechsellombardkredit, Warenlombardkredit, Edelmetalllombardkredit, Forderungslombardkredit und Effektenlombardkredit.

Die größte Bedeutung hat der Effektenlombardkredit. Diese Kredite werden von den Banken vor allem Privatkunden, die mit Wertpapieren handeln, als Standardprodukt angeboten.

Effektenlombardkredit & Margin Trading

Der Kunde verpfändet seine börsenfähigen Wertpapiere (Effekten) an die Bank. Effektenlombardkredite können rein theoretisch für jeden Zweck verwendet werden, auch langfristig zur Teilfinanzierung von Immobilien, aber ihre Hauptbedeutung liegt in der Finanzierung von Wertpapierkäufen. Man spricht in solchen Fällen auch von Margin Trading.

Effektenlombardkredite sind verlockend aber auch gefährlich. Durch sie wird beim Wertpapierhandel eine Hebelwirkung erzielt, der so genannte Leverage-Effekt.

Die Hebelwirkung kann einerseits die Rendite eines Wertpapierdepots erheblich steigern, andererseits aber die Verluste gefährlich in die Höhe treiben. Margin Trading sollten daher nur erfahrene, risikobewusste Anleger betreiben.

Fallen die Wertpapierkurse, kann ein Depot rasant an Wert verlieren. Die besonderen Risiken des Effektenlombardkredits sind natürlich auch der Bank bewusst. Deshalb sind die Beleihungsgrenzen verhältnismäßig niedrig.

Die Beleihungsgrenzen der einzelnen Banken sind unterschiedlich. Als Faustregel kann aber gelten: Anleihen (Schatzbriefe) und andere sichere Wertpapiere werden bis zu 80 % beliehen, Aktien bis zu 50 – 60 %. Bei der Festlegung der Beleihungsgrenze im Einzelfall kommt es sicherlich auf die Qualität des einzelnen Wertpapierdepots an.

Fällt der Wert der Sicherheit unter die in Anspruch genommene Kreditsumme, verlangt die Bank einen entsprechenden Nachschuss, also die Nachlieferung von Sicherheiten.

Ist der Kreditnehmer dazu nicht in der Lage, kann die Bank das Depot ganz oder teilweise liquidieren. Dass dem Anleger ein erheblicher Schaden entsteht, wenn seine Wertpapiere in Zeiten eines Kursverfalls verkauft (verwertet) werden, liegt auf der Hand.

Der Effektenlombardkredit ist ein Kontokorrentkredit. Der Lombardkredit wird in der Regel als kurzfristiger Kredit ausgegeben. Da er ein gesicherter Realkredit ist, sind die Zinssätze günstig.

Woher der Name kommt.

Der Lombardkredit hat eine lange Geschichte. Im ausgehenden Mittelalter, im 13. und 14. Jahrhundert, setzten sich oberitalienische Kaufleute zunehmend über das kirchliche Zinsverbot hinweg.

Sie gewährten durch Pfänder und Bürgen gesicherte Kredite. Diese Kaufleute kamen aus der Lombardei und betrieben diese Geldgeschäfte, die von vielen Zeitgenossen als Wucher empfunden wurden, bald in ganz Europa. So kam der Lombardkredit zu seinem Namen.