MasterCard oder Visa? Ein Kreditkartenaussteller-Vergleich

Auf dem deutschen Markt gibt es vier große Kreditkartenherausgeber. Neben MasterCard und Visa sind dies American Express und Diners/Discover.

Die Diners Club Karte ist die älteste Kreditkarte überhaupt und in Deutschland schon seit 1954 zu haben. Es folgten American Express (1958), MasterCard (1975) und Visa (1980).

Heute spielen die ältesten Kreditkarten Diners und American Express in Deutschland und in der übrigen Welt eine eher untergeordnete Rolle. Beide Karten wurden von Visa und MasterCard deutlich überrundet. 90 % der Karteninhaber besitzen entweder eine Visa Karte, eine MasterCard oder beide Kreditkarten.

Kartenherausgeber und Kartenaussteller

 

Kreditkartenherausgeber sind die verschiedenen Kreditkartenfirmen. Wer Kartenaussteller ist, das ist unterschiedlich geregelt.

Mastercard und Visa vergeben Lizenzen an einzelne Finanzdienstleister, in der Regel Banken und Sparkassen. Die Lizenznehmer bestimmen die Bedingungen für die Kartenausgabe. Diese Praxis führt zu einer Vielzahl von Produkten mit unterschiedlichen Konditionen.

Dadurch wird der Markt unübersichtlich, der Kartennehmer profitiert aber vom Wettbewerb der Finanzdienstleister untereinander. Karten ohne Nebenleistungen wie Versicherungen, Rabattprogramme oder Bonusprogramme sollten in der Regel gebührenfrei sein.

American Express und Diners nehmen hingegen Einfluss auf die Bedingungen für die Vergabe ihrer Kreditkarten.

American Express, die wertvollste Kreditkartenmarke der Welt, gibt neben Kreditkarten außerdem Reisechecks aus. Die Gesellschaft ist praktisch eine Bank mit umfassenden Finanzdienstleistungen, zu denen auch Versicherungen gehören.

Kreditkartenbedingungen

 

Bei Mastercard und Visa sind die von den Kartenausstellern vorgegebenen Bedingungen ausschlaggebend. Sofern die Bonität nach den internen Richtlinien ausreicht, wird eigentlich jedem Konteninhaber eine Kreditkarte angeboten.

American Express kennt seit 2010 kein Mindesteinkommen mehr als Voraussetzung für den Erhalt der normalen Karte. Allerdings sind ein paar besondere Produkte an Mindesteinkommen gebunden und nur gegen hohe Jahresgebühren zu haben.

Die American Express Platinum Card wird ab einem Bruttoeinkommen von 60.000 € jährlich ausgestellt und kostet gegenwärtig 500 € im Jahr. Die American Express Centurion Card wird erst vergeben wenn mit anderen Karten der Gesellschaft sechsstellige Jahresumsätze generiert werden. Die Jahresgebühr beläuft sich auf 2.000 € in Deutschland.

Diners Club bietet ebenfalls besondere Lösungen für Geschäftsreisende und besonders solvente Kunden an. Möglich ist, einen bestimmten Status zu erwerben (Silber, Gold oder Elite).

Bei American Express und Diners Club gibt es kein offizielles Ausgabenlimit im Gegensatz zu Mastercard und Visa.

Akzeptanz als wichtigstes Kriterium

 

Wer nicht an besonderen Nebenleistungen oder an besonderer Betreuung interessiert ist, für den dürfte die Akzeptanz einer Kreditkarte das entscheidende Kriterium sein.

Hier sind MasterCard und Visa die erste Wahl. MasterCard verfügt über etwa 27 Millionen Akzeptanzsstellen in der Welt, in Deutschland ca. 515.000. Visa hat ca. 24 Millionen Akzeptanzstellen weltweit, in Deutschland sind es etwa 500.000. Bargeld kann man mit beiden Kreditkarten an etwa 1 Million Geldautomaten weltweit abheben.

Die Frage, ob Mastercard oder Visa, spielt deshalb bei der Akzeptanz kaum eine Rolle. Mit beiden Karten kann man praktisch überall einkaufen, wo Kreditkarten akzeptiert werden.

Viele Banken bieten ihren Kunden sowohl eine MasterCard als auch eine Visa Card an. Besonders wer viel reist, sollte dieses Angebot annehmen.

Diners Club und American Express haben hingegen zunehmende Akzeptanzprobleme im Handel.

Diners Club hat deshalb Partnerschaften geschlossen. In den USA und in Kanada kann mit Diners überall dort bezahlt werden, wo die Mastercard akzeptiert wird. In den USA, Kanada, Mexiko und der Karibik gehört Diners dem Discover Netzwerk an.

American Express wird lange nicht überall akzeptiert. Der Grund liegt in den verhältnismäßig hohen Gebühren, die die Händler an die Kartengesellschaft zu leisten haben.

American Express und Diners sind interessant für Geschäftskunden und Kunden mit Sonderinteressen, die mit der Karte verhältnismäßig hohe Umsätze generieren. Beide Kreditkarten bieten besondere Vielfliegerprogramme und umfangreiche Bonus-sowie Rabattprogramme.

Auch MasterCard und Visa bieten Nebenleistungen, manchmal sogar ohne jährliche Gebühren. Karten mit Nebenleistungen sind eigentlich nur empfehlenswert, wenn man die Angebote tatsächlich nutzt und dadurch Kosten der Kreditkarte wenigstens ausgeglichen werden.

Sicherheit

 

In den letzten Jahren kam es vor allem in den USA immer wieder zum großflächigen Diebstahl von Kreditkartendaten aus den Kundendateien der Kartenfirmen. Dadurch wurde die Sicherheit der Kartennutzung wenigstens zeitweise beeinträchtigt.

Das hat bei allen Kreditkartenherausgebern zu einer deutlichen Verbesserung der Sicherheitsstandards geführt. Karteninhaber haben durch Datenmissbrauch, soweit ersichtlich, keine dauernden Vermögensschäden größeren Umfangs erlitten.

Haftung bei Kartenmissbrauch

 

Ob und in welchem Umfang Karteninhaber haften, ergibt sich aus den allgemeinen Geschäftsbedingungen des Kartenausstellers. Wenn überhaupt, kommt eine Haftung in der Regel nur bei grober Fahrlässigkeit in Betracht.

Kreditkartenbetrug ist weltweit sehr verbreitet. Das gilt weniger für Deutschland und Westeuropa, aber mehr für Amerika und Asien. Es gibt Internetportale, auf denen man für wenig Geld tausende gestohlene Kreditkarteninformationen erwerben kann.

In den ganz überwiegenden Fällen hat der Karteninhaber den Diebstahl seiner Informationen überhaupt nicht zu vertreten. Gestohlen werden können Daten durch rechtswidrig angebrachte Geräte an Geldautomaten oder einfach nur beim Bezahlen in einem Restaurant.

Die regelmäßige Kontrolle der Kreditkartenumsätze ist deshalb sehr wichtig. Wurden Daten gestohlen, finden die Opfer sehr oft zunächst nur kleine Umsätze in der Abrechnung, die sie nicht zuordnen können.

Wichtig ist eine sofortige Information des Ausstellers oder der Kreditkartenfirma. Die Kreditkarte sollte ausgewechselt werden. In der Regel werden die verursachten Umsätze erstattet. Der Karteninhaber hat also keinen Schaden.