Ratendarlehen: niedrige Zinsen durch Kreditsicherheiten

Ratenkredite kosten gegenwärtig im Schnitt ca. 6 %, auch wenn häufig mit geringeren Anfangszinsen geworben wird.

In Einzelfällen lassen sich diese, angesichts der gegenwärtigen Niedrigzinsphase recht hoch erscheinenden Zinsen, deutlich senken, wenn besondere Kreditsicherheiten neben der oft üblichen Abtretung von Lohnansprüchen gestellt werden können.

Die Stellung von zusätzlichen Kreditsicherheiten erlaubt in manchen Fällen darüber hinaus Personen mit negativen Schufaeinträgen oder anderen Bonitätsproblemen eine Darlehensaufnahme zu erträglichen Bedingungen.

In allen Fällen ist jedoch ein ausreichendes freies Einkommen Voraussetzung, so dass die Bedienung des Kredits aus der Sicht der Bank keine Probleme bereiten wird.

 

Lebensversicherungen und Bausparverträge als Sicherheit

 

Eine Beleihung von Kapitallebensversicherungen oder Bausparverträgen zur Geldbeschaffung ist immer günstiger als eine vorzeitige Kündigung.

Vor allem bei Kapitallebensversicherungen verliert der Anleger bei vorzeitiger Auflösung viel Geld, weil die Rückkaufswerte durch Stornokosten und durch die Nichtberücksichtigung von Schlussgewinnen minimiert werden. Ein Verkauf ist zwar möglich, er bringt aber nur wenige Prozentpunkte mehr als eine Kündigung.

Der Versicherungsnehmer kann einen Policenkredit mit der Versicherungsgesellschaft vereinbaren. Er kann aber auch einen normalen Ratenkredit bei einer Bank aufnehmen und die Versicherungspolice abtreten oder verpfänden.

Neben günstigen Zinsen hat ein durch einen Lebensvertrag besichertes Bankdarlehen den Vorteil, dass eine SCHUFA Auskunft entfallen kann. Die Beleihungsgrenze liegt in der Regel bei ca. 60 % des Wertes der Lebensversicherung.

 

Eigentümergrundschuld als Kreditsicherheit

 

Ist eine Grundschuld/Hypothek abbezahlt, entsteht eine Eigentümergrundschuld, auch wenn sie noch auf den Namen der Bank lautet. Der Eigentümer des Grundstücks kann über diese Grundschuld frei verfügen.

Hauseigentümer sollten die Eigentümergrundschuld nicht übereilt löschen lassen, sondern als mögliche Sicherheit für zukünftige Kredite stehen lassen. Erst wenn ein Grundstücksverkauf ansteht, muss das Grundbuch in aller Regel bereinigt werden.

Die Grundschuld kann Banken zur Sicherheit von Ratenkrediten angeboten werden. Manche Bank ist bereit, eine solche Sicherheit zu akzeptieren und Kreditzinsen in ähnlicher Höhe wie bei Baukrediten zu gewähren. Das wären gegenwärtig durchschnittlich nicht 6 % sondern nur 3 – 4 %.

Der Spareffekt tritt besonders ein, wenn die Bank, auf die die Grundschuld lautet, auch den Ratenkredit vergibt. Wird das Kreditinstitut gewechselt, können durch die „Umschreibung“ der Grundschuld jedoch zusätzliche Kosten entstehen.

 

Allzweck-Grundschulddarlehen aufnehmen

 

Manche Finanzdienstleister vergeben Allzweckdarlehen, die durch eine Grundschuld abgesichert werden.

Sie werden zu ähnlich günstigen Konditionen wie Baugeld ausgegeben, müssen aber nicht zum Hausbau oder zum Immobilienerwerb verwendet werden.

Die Vorteile bestehen nicht nur in niedrigen Zinssätzen, auch längere Laufzeiten können vereinbart werden. Dadurch erhöhen sich zwar die Kreditkosten insgesamt, aber die monatlichen Raten können gering gehalten werden.

Solche Grundschulddarlehen können wie normale Ratenkredite zum Beispiel zur Finanzierung von Fahrzeugen und von Wohnungseinrichtungen oder auch zur Umschuldung verwendet werden.

 

Wertpapierdepot beleihen

 

Wer Wertpapiere verpfänden kann, der darf ebenfalls auf günstige Zinssätze und einen Verzicht auf SCHUFA Auskünfte hoffen.

Allerdings gibt es bei der Verpfändung von Wertpapierdepots einige Haken. Die Beleihungsgrenze richtet sich nach der Risikoklasse der im Depot befindlichen Wertpapiere.

Ist etwa der Aktienanteil hoch, wird die Beleihungsgrenze niedrig sein. Fallen die Kurse unter die Beleihungsgrenze, verlangt die Bank häufig zusätzliche Sicherheiten oder stellt den Kredit (teilweise) fällig.

Möglich ist außerdem, dass sich die Bank ein Verwertungsrecht einräumen lässt, sobald die Kurse unter einen bestimmten Wert sinken.

Werden Wertpapiere verpfändet, entfällt das Verfügungsrecht des Eigentümers häufig völlig. Der Eigentümer kann sein Wertpapierdepot möglicherweise nicht mehr im erforderlichen Umfang verwalten, um beispielsweise Wertverluste durch Umschichtungen zu verhindern.