Restschuldversicherung verteuert Kredite

Eine Restschuldversicherung abzuschließen, das wird von Kreditgebern gerne empfohlen. Häufig weisen die Mitarbeiter der Banken mehr oder weniger direkt darauf hin, dass ohne eine Restschuldversicherung die Bonität für den Kreditabschluss einfach nicht ausreicht.

In solchen Fällen empfiehlt es sich, genau zu überlegen, ob der Kredit wirklich sein muss. Denn die Kosten für eine Restschuldversicherung können einen zunächst günstig erscheinenden Kredit erheblich verteuern.

Definition & Versicherungsschutz

Restschuldversicherungen sind Lebensversicherungen, mit denen das Kreditausfallrisiko abgesichert wird. Sie dienen dabei in erster Linie den Interessen der Kreditgeber.

Versichert werden können einzelne Risiken, wie beispielsweise der Todesfall, aber auch ein ganzes Bündel von Ausfallrisiken. Sehr populär ist eine „Rundum Restschuldversicherung“ für Tod, Arbeitsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit.

Restschuldversicherung häufig teuer

Nicht selten sind Restschuldversicherungen teurer als vergleichbare Lebensversicherungen anderer Art. Ein Grund sind die verdeckten Zusatzerträge für die Kreditgeber.

Häufig erhalten die Kreditgeber für den Abschluss einer Restschuldversicherung eine gesonderte Provision. Was eine Restschuldversicherung kosten kann, machen zwei Beispielsrechnungen deutlich.

Die Stiftung Warentest hat als Modellfall einen 35jährigen Nichtraucher gewählt, der einen Kredit über 100.000 Euro zu einem Nominalzins von 5 % für den Fall des Todes absichern will.

Die Preisspanne bewegt sich bei dieser Modellrechnung zwischen 863 Euro und 3.334 Euro. Eine vergleichbare Restschuldversicherung für Frauen ist unter den gleichen Rahmenbedingungen günstiger. Die Preisspanne bewegt sich hier zwischen 661 Euro und 1.979 Euro.

Die Finanzberatung FMH, Frankfurt hat an einem Beispielsfall untersucht, welche Kosten für eine Restschuldversicherung für Tod, Arbeitsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit entstehen.

Für die Modellberechnung wurde ein Kredit von 10.000 Euro mit einer Laufzeit von 35 und 60 Monaten angenommen. Kreditnehmer sollte ebenfalls ein 35jähriger Mann sein.

Bei einer Laufzeit von 36 Monaten kostet die Restschuldversicherung 500- 950 Euro, bei einer Laufzeit von 60 Monaten ca. 640 – 1560 Euro. Solche Kosten können den Effektivzinssatz um 3 bis 8 Prozent erhöhen.

Kosten für Zusatzverträge grundsätzlich nicht im Effektivzins enthalten

Regelmäßig werden die Zusatzbelastungen durch eine Restschuldversicherung nicht imEffektivzins angezeigt. Sie müssen also zur effektiven Gesamtzinsbelastung hinzugerechnet werden.

Etwas anderes gilt nur, wenn die Restschuldversicherung bei Vergabe des Kredits zwingend vorgeschrieben ist, es sich also praktisch um einen Vertrag handelt. Dann müssen die Kosten für die Restschuldversicherung im Effektivzins enthalten sein.

Versicherungsschutz oft mangelhaft

Mag eine Restschuldversicherung verglichen mit einer normalen Lebensversicherung auch teuer sein, oft lässt der Versicherungsschutz zu wünschen übrig.

Beispielsweise sind die ersten drei Monate vom Versicherungsschutz ausgenommen, und bei Arbeitslosigkeit besteht eine Leistungspflicht nur für die ersten 12 Monate.

Widerrufsrecht

Wer übereilt in eine Restschuldversicherung gestolpert ist, hat eine Chance, seinen Fehler rückgängig zu machen, sofern er schnell handelt.

Unabhängig vom Kreditvertrag kann die Restschuldversicherung widerrufen werden, und zwar innerhalb von 30 Tagen. Das Widerrufsrecht für die Restschuldversicherung besteht selbst dann, wenn mit der Auszahlung des Kredits schon begonnen wurde.