Schufa Score Informationen

Der Schufa Score ist ein Buch mit sieben Siegeln. Trotz der Proteste von Datenschützern weigert sich die Schufa, handfeste Angaben zur Berechnungsmethode zu veröffentlichen.

Daten wie Nationalität, Beruf, Einkommen, Familienstand und Wohngegend sollen aber angeblich nicht dazugehören.

Die Begründung: Würden zu viel Informationen preisgegeben, könnten clevere Menschen den Scorewert manipulieren. Das schade der Kreditwirtschaft insgesamt. Ein wenig Datenschutz soll es nun allerdings auch beim Schufa Score geben.

Verbraucherrechte durch Gesetzgeber gestärkt

Einegeplante Gesetzesänderung  (unterdessen beschlossen) sieht zum Beispiel einen erweiterten Auskunftsanspruch vor, wie der konkrete Scoring Wert zustande kommt, vor allem welche Daten für die Berechnung der Ausfallwahrscheinlichkeit entscheidend sind. Die Neuregelung wird von Datenschützern begrüßt, allerdings von manchen nicht für ausreichend gehalten.

Die Schufa hat wohl Daten von 65 Millionen Menschen gesammelt. Man kann sich für den Scorewert sperren lassen. Dieses Risiko sind augenblicklich 360 Menschen eingegangen.

Schon diese beiden Zahlen machen deutlich, welche Macht die Schufa ausübt. Ob und zu welchen Bedingungen ein Hauskredit oder ein Anschaffungskredit gewährt wird, hängt vom Wohl und Wehe der Schufa ab.

Mehr Transparenz ist im Verbraucherinteresse unbedingt erforderlich, wenn auch die Kreditwirtschaft ganz zufrieden mit der jetzigen Situation zu sein scheint.

Was ist der Score?

Der Score ist ein Punktwert, der mit Hilfe eines statistischen Verfahrens ermittelt wird. Der Schufa Score gibt Prognosen ab, wie die Kreditwürdigkeit einer Personengruppe, die sich durch bestimmte Merkmale auszeichnet, einzuschätzen ist.

Es wird also offenbar nicht die Kreditwürdigkeit – die Bonität also – einer Einzelperson bewertet, sondern wie die Prognose der Personengruppe ist, der die Person nach dem bei der Schufa gespeicherten Datensatz angehört.

Ermittelt werden unterschiedliche Werte: Basis Score, Branchen Score und andere Risikowerte. Besonders große Bedeutung hat der Branchen Score für die Kreditwirtschaft (Schufa-Inkasso Score).

Basisscore

Beim Basisscore wird ein Wert  gemessen zwischen 0 Prozent (schlechtester Wert) und 100 Prozent (bester Wert). Dieser Wert trifft eine Aussage über das durchschnittliche Risiko aller Personen mit gleichem Datenprofil. Der Basisscore wird alle drei Monate aktualisiert.

Er gibt die Wahrscheinlichkeit an, mit der es bei Kunden des gleichen Profils zu Problemen kommen kann. Hier die Tabelle (Quelle: SCHUFA.de):

  • > 97,5% sehr geringes Risiko
    95% – 97,5% geringes bis überschaubares Risiko
    90% – 95% zufrieden stellendes bis erhöhtes Risiko
    80% – 90% deutlich erhöhtes bis hohes Risiko
    50% – 80% sehr hohes Risiko
    < 50% sehr kritisches Risiko

Branchenscore

Die Scorewerte können branchenspezifisch ermittelt werden. Das bedeutet eine Person – viele Scorewerte – je nachdem, um welches Geschäft es sich dreht (Versandhandel oder Hauskauf z.B.).

Die Schufa Branchenscores  werden nach Punkten bemessen. 1000 Punkte ist der maximale Wert. Daneben gibt es weitere Werte wie Risikoquote und Ratingstufe.

Die Vertragspartner der SCHUFA (Banken, Versandhändler und andere) nutzen regelmäßig die passenden Branchenscores.

In die Berechnung einfließende Werte

Nach welchen Merkmalen werden nun die Personengruppen zusammengestellt, welche Angaben sind also für den Schufa Score von Bedeutung? Darüber gibt es eine Menge Spekulationen.

Wahrscheinlich sind es nicht die Einkommens- und Vermögensverhältnisse und die Verbindlichkeiten insgesamt. Darüber liegen der Schufa keine Erkenntnisse vor.

Es können sein z.B. das Zahlungsverhalten und Vollstreckungsmaßnahmen, Wohnsitzwechsel, Alter, Anzahl und Wechsel der Kontoverbindungen, Anzahl der Kreditaufnahmen, Kreditkarten und Leasingverträge und auch – obwohl von der Schufa bestritten – der Wohnort; schließlich Telekommunikationskonten und evtl. auf welche Nationalität der Name schließen lässt.

Score verbessern?

Kann der Verbraucher seinen Schufa Score beeinflussen oder verbessern? Einige Dinge, die in den Score einfließen, wohl eher nicht.

Das Alter nicht (angeblich ist das beste Score Alter um die 50, das schlechteste um die 18 Jahre), den Wohnort kaum, gleiches gilt wohl für den Wohnortwechsel (je häufiger, je schlechter?).

Auch die Anzahl der Kontoverbindungen und der Kredite wird sich ein erwachsener Mensch kaum vorschreiben lassen wollen.

Man kann aber seine Verbindlichkeiten im Griff behalten, sich im Rahmen der Kreditlinie bewegen und Kredite ordnungsgemäß zurückführen.

Eines sollte man in jedem Fall beherzigen: Ist man auf der Suche nach einem günstigen Kredit und wendet sich deshalb an eine oder mehrere Banken (sehr sinnvoll), sollte man die Anfrage ausdrücklich als Konditionenanfrage deklarieren, nicht als konkrete Darlehensanfrage oder Kreditanfrage.

Man muss sich vergewissern, dass die Bank auch entsprechend handelt und bei Einschaltung der Schufa ausschließlich eine Anfrage für Kreditkonditionen bzw. Immoblilenkreditkonditionen startet. Andernfalls riskiert man eine Verschlechterung von Bonität und Schufa Score.

Wer regelmäßig mit Geldgeschäften befasst ist oder auch privat einen großen Kredit plant, sollte eine Eigenauskunft einholen. Möglich ist  es unterdessen, die Basisauskunft kostenfrei zu erhalten.