Schufa Selbstauskunft kostenlos möglich

Eine Schufa Selbstauskunft ist jedem zu empfehlen, nicht nur wenn man größere Geldgeschäfte, beispielsweise einen Kredit, beabsichtigt oder ein wichtiges Konto eröffnen möchte.

Sie schützt vor bösen Überraschungen, denn nur mit einer Schufa Selbstauskunft kann man feststellen, wie die allmächtige Schufa die Kreditwürdigkeit einschätzt und welche Daten gespeichert sind. Gar nicht so selten stellt sich heraus, dass die Daten falsch sind, oder dass sie längst hätten gelöscht werden müssen.

Die Rechtslage bis zum Jahr 2010

Bis zur Änderung des Datenschutzgesetzes im Jahr 2010 erhob die SCHUFA für jede schriftliche Selbstauskunft Gebühren. Nur die mündliche Auskunft, die in einer der SCHUFA Filialen erteilt werden konnte, war gebührenfrei.

Dieses Vorgehen war schon damals ein Verstoß gegen datenschutzrechtliche Vorschriften. Dennoch hielt die SCHUFA an ihrem rechtswidrigen Verhalten grundsätzlich fest. Wenn Verbraucher allerdings Druck ausübten, knickte die SCHUFA ein, und die Eigenauskunft wurde kostenlos übermittelt.

Um dieses Ziel zu erreichen, musste ein ausführliches Antragsschreiben erfasst werden. Es musste dargelegt werden, dass die Schufa Eigenauskunft ausschließlich zur Prüfung der gespeicherten Daten dient und dass Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die Schufa Negativmerkmale gespeichert hat, die der Kreditwürdigkeit schaden können.

Zudem sollte man darauf hinweisen, dass ein Besuch der Schufa Geschäftsstelle beispielsweise aus beruflichen Gründen nicht möglich ist.

Die SCHUFA Selbstauskunft seit 2010

Mit der Änderung datenschutzrechtlicher Vorschriften werden die SCHUFA und auch andere Auskunfteien ausdrücklich verpflichtet, eine kostenlose Selbstauskunft zu erteilen.

Die SCHUFA erfüllt ihre gesetzliche Verpflichtung, indem sie eine Basisauskunft kostenlos zur Verfügung stellt. Sie nennt diese kostenlose Selbstauskunft Datenübersicht nach Paragraph 34 Bundesdatenschutzgesetz.

Der Aussagewert der Datenübersicht wird von Verbraucherschützern immer wieder kritisiert. Weitere Informationen weiter unten.

Die Reaktion der Schufa auf die Neuregelung

Am 1. April 2010 traten neue datenschutzrechtliche Vorschriften in Kraft. Die Neuregelungen sollen die Rechte der Verbraucher gegenüber Auskunfteien –  Schufa, Bürgel, Creditreform und Co. –  stärken. Materiell wird das Scoring neu geregelt und welche Daten übermittelt werden dürfen.

Die Schufa hat unterdessen auf die Gesetzesänderung reagiert und die Selbstauskunft neu geregelt.

Die Schufa hat die Novelle des Datenschutzrechts, die eigentlich dem Verbraucherschutz dienen sollte, zum Anlass genommen, einige Geschäftsstellen zu schließen und die Gebühren für Schufaauskünfte deutlich zu erhöhen.

Zwar ist jetzt offiziell einmal jährlich eine Schufa Selbstauskunft kostenlos möglich, sofern sie ausschließlich aus reinem Eigeninteresse beantragt wird. Dies war aber schon nach richtig verstandenem alten Recht möglich. Insoweit hat sich nichts geändert.

Bestellung & Inhalt der Datenübersicht

Die Schufa Selbstauskunft bei reinem Eigeninteresse beinhaltet nach Angabe der Schufa alle zur Person des Betroffenen gespeicherten Daten, wie Kreditgeschäfte und Zahlungsausfälle und außerdem alle Scorewerte der letzten 12 Monate, die an Partnerunternehmen der Schufa (Banken, Versandhäuser, Telefongesellschaften u.a) übermittelt wurden.

Zur Verfügung gestellt wird eine kostenlose schriftliche Datenübersicht. Der Wert dieser kostenlosen Schufa Selbstauskunft für den Verbraucher wurde im Vorfeld bezweifelt.

Nach einigen Presseberichten soll die neue Eigenauskunft so unübersichtlich sein, dass Betroffene damit nur wenig anfangen können. Diese ursprüngliche Einschätzung hat sich nach Auffassung vieler Verbraucherschützer in der Praxis unterdessen bestätigt.

Die kostenlose Schufa Selbstauskunft, die Schufa spricht von Datenübersicht, kann über www.meineschufa.de angefordert werden, ohne dass eine Registrierung erforderlich wird. Die „Premiumausführung“ kostet 18,50 Euro.

Eine schriftliche Bestellung der Auskunft ist außerdem beim Schufa-Verbraucherservicezentrum, Postfach 102166, 44721 Bochum möglich, ebenso in den verbleibenden Servicestellen, wobei ein Ausdruck vor Ort nicht möglich ist.

Schufa-Bonitätsauskunft zur Unterstützung bei privaten Geschäften

Neben der Schufa Selbstauskunft aus Eigeninteresse gibt es jetzt noch die „Schufa-Bonitätsauskunft zur Unterstützung bei privaten Geschäften“, etwa zur Vorlage bei Vermietern, Arbeitgebern oder anderen Vertragspartnern.

Diese Form der Schufa Selbstauskunft hat zwei Teile. Ein Teil enthält alle Daten, die für den Vertragspartner relevant sind. Dieser Teil wird auf fälschungssicherem Papier gedruckt, so dass er als Nachweis vom Vertragspartner anerkannt werden kann.

Ein weiterer Teil enthält alle über den Betroffenen gespeicherten Informationen und ist für diesen selbst vorgesehen. Bestellt werden können nur beide Teile zusammen.

Die so genannte „Schufa-Bonitätsauskunft“ kostet grundsätzlich 18,50 Euro. Wer sich auf dem Internetportal der Schufa für eine einmalige Gebühr von 18,50 Euro registriert, erhält Rabatt. Die Bonitätsauskunft kostet dann nur 7,80 Euro, und außerdem kann der Betroffene jederzeit online Einblick in die gespeicherten Daten nehmen.

Für 18,50 Euro kann die Schufa Bonitätsauskunft auch über das Internetportal bestellt werden und zwar ohne Registrierung.

Zum Start der Neuregelung pries die Schufa eine besondere Wohltat an. Wer über die Internetseite für 18,50 bestellte, dem wurde gleichzeitig die kostenlose Registrierung angeboten. Diese Vergünstigung galt aber wohl nur übergangsweise.

Ob diese Regelungen dauerhaft Bestand haben, bleibt abzuwarten. Nach § 35 Abs. 5 Bundesdatenschutzgesetz dürfen jedenfalls für die Auskunftserteilung nur Auslagen erhoben werden, die die direkt zurechenbaren Kosten nicht übersteigen.