Sondertilgung

Sondertilgung ist eine Kreditrückzahlung, die über den vereinbarten Tilgungsplan hinausgeht. Mit ihr kann die Laufzeit des Darlehens verkürzt werden, oder man kann die Darlehensraten durch Sondertilgung senken.

Auf getilgte Kreditbeträge gibt es für den Kreditgeber keine Zinsen. Sondertilgungen bedeuten daher im Prinzip, dass die Banken an dem betreffenden Kreditvertrag weniger als erwartet verdienen.

Sondertilgungen nicht ohne Vereinbarung

Deswegen haben sich die Banken lange geziert, Sondertilgungen von vornherein vertraglich zuzulassen. Das hat sich durch den Konkurrenzdruck ausländischer Banken, von Direktbanken und von Hypothekenvermittlern im Internet grundlegend geändert.

Abweichungen vom Tilgungsplan werden jetzt häufig in einem gewissen Umfang zugelassen. Dabei wird beispielsweise ein Höchstbetrag für die gesamte Kreditlaufzeit festgelegt und/oder jeweils für ein Jahr. Innerhalb dieser Höchstgrenzen sind Sondertilgungen dann ohne Vorfälligkeitsentschädigung oder sonstige Gebühren möglich.

Nach wie vor gilt aber, dass eine Sondertilgung entweder vertraglich vereinbart werden muss oder nur mit Zustimmung des Kreditinstituts möglich ist.

Falls eine kostenlose Sondertilgung nicht vereinbart ist, wird das Thema Vorfälligkeitsentschädigung aktuell. Das Kreditinstitut wird, sofern es rechtlich zulässig ist, die Sondertilgung von einer Vorfälligkeitsentschädigung abhängig machen.

Es empfiehlt sich, den Kreditvertrag auf Regeln zur Sondertilgung und Vorfälligkeitsentschädigung hin zu überprüfen. Wird eine hohe Vorfälligkeitsentschädigung verlangt, kann es sogar sinnvoll ein, den Rat eines Fachmanns einzuholen, ob die Entschädigung in dieser Höhe rechtmäßig ist.

Bei Bauspardarlehen von Bausparkassen sind Sondertilgungen jederzeit ohne Vorfälligkeitsentschädigungen möglich.

Kreditkündigung

Die Rückführung des Kredits durch Sondertilgungen ist zu unterscheiden von der Rückzahlung des Darlehens nach Kündigung durch den Kreditnehmer.Eine solche Kreditkündigung ist in größerem Umfang möglich als viele annehmen.

Festverzinsliche Ratenkredite können nach Ablauf von sechs Monaten gekündigt werden. Die Sechsmonatsfrist beginnt mit der vollständigen Auszahlung des Kredits. Bei Verbraucherdarlehen muss der geschuldete Restkredit binnen 2 Wochen nach Wirksamkeit der Kündigung zurückgezahlt werden. Andernfalls gilt die Kündigung als nicht erfolgt.

Variable Kredite, auch variable Hauskredite (= ohne Zinsbindung), können jederzeit mit einer Frist von 3 Monaten gekündigt werden.

Kredite mit Zinsfestschreibung kann man nach dem Ende der Zinsbindung unter Einhaltung einer Frist von einem Monat kündigen.

Nach Ablauf von 10 Jahren ist eine Kündigung mit einer Frist von sechs Monaten immer möglich. Im Falle der Rückführung des Kredits nach einer gesetzlich zugelassenen Kündigung ist natürlich, anders als bei einer nicht vereinbarten Sondertilgung, weder eine Vorfälligkeitsentschädigung noch eine Gebühr zu entrichten.