Teilamortisationsverträge beim Leasing und Abschlusszahlung

Leasingverträge werden in der Regel mit festen Laufzeiten vereinbart, während der eine ordentliche Vertragskündigung nicht in Betracht kommt. Es gibt aber auch andere Formen der Vertragsgestaltungen.

In einigen Fällen wird vereinbart, dass der Leasingvertrag durch den Leasingnehmer während der Laufzeit ordentlich gekündigt werden kann. Bei Ausübung des Kündigungsrechts wird allerdings eine Abschlusszahlung fällig.


Teilamortisationsvertrag

Kündbare Leasingverträge sind in der Regel Teilamortisationsverträge. Bei Teilamortisationsverträgen werden während der Laufzeit die Anschaffungskosten nicht vollständig durch Leasingraten abgedeckt, sondern es verbleibt ein Restbetrag. Vorteil für den Leasingnehmer sind im Vergleich zu Vollamortisationsverträgen geringere Leasingraten.

Kündbare Teilamortisationsverträge werden häufig bei Leasingverträgen über Hardware oder Software für die Informationstechnik oder zur Datenübertragung verwendet.

Häufig haben solche Verträge eine fest vereinbarte Grundlaufzeit. Nach deren Ablauf kann die Kündigung zum im Vertrag vorher festgelegten Zeitpunkt erfolgen.

Rechtsfolge der Kündigung ist die Verpflichtung des Leasingnehmers, eine Abschlusszahlung zu leisten. Dadurch erlangt der Leasingnehmer jedoch nicht das Eigentum am Leasinggegenstand.

Vielmehr verwertet der Leasinggeber den Vertragsgegenstand selbst. Das geschieht durch Verkauf. Käufer können ein Dritter oder der Leasingnehmer selbst sein.

Teile des Verwertungserlöses werden entsprechend der vertraglichen Vereinbarungen auf die vorher ermittelte Abschlusszahlung angerechnet.


Abschlusszahlung

Die Einzelheiten über die Abschlusszahlung und deren Höhe zu den jeweiligen Kündigungszeitpunkten sind üblicherweise im Leasingvertrag geregelt.

Mit der Abschlusszahlung realisiert der Leasinggeber den noch nicht amortisierten Teil der Anschaffungs- und Herstellungskosten. Dabei handelt es sich um den so genannten Restwert.

Vertraglich geregelt ist darüber hinaus, was nach Verwertung des Leasinggegenstandes mit dem Verkaufserlös geschieht. Zum größten Teil wird er grundsätzlich auf die Abschlusszahlung angerechnet.

 

Vertragliche Mehrerlösbeteiligungen

Darüber hinaus können Boni oder Mehrerlösbeteiligungen vereinbart werden. Ein Mehrerlös entsteht, wenn der Verkaufspreis den im Leasingvertrag vereinbarte Restwert bzw. die vereinbarte Abschlusszahlung übersteigt.

Vereinbarungen über den Mehrerlös werden oft dazu genutzt, den Leasingnehmer zum Abschluss neuer Verträge zu veranlassen. Viele Verträge sehen beispielsweise vor, dass nur ein Teil des Mehrerlöses sofort vergütet wird.

Den restlichen Teil des Mehrerlöses, in der Regel handelt es sich um den bedeutend kleineren Teil, erhält der Leasingsnehmer nur, wenn ein neuer Leasingsvertrag über ein gleichwertiges Volumen abgeschlossen wird.


Vorteile und Nachteile

Bei Teilamortisationsverträgen sind die laufenden Leasingraten niedriger als bei Vollamortisationsverträgen. Das ist ein Vorteil für den Leasingnehmer.


Der Nachteil bei Teilamortisationsverträgen mit oder ohne zusätzlicher Kündigungsmöglichkeit liegt in der Behandlung der Abschlusszahlung. Der Leasingnehmer hat praktisch keinen Einfluss auf die Höhe des bei der Verwertung durch den Leasinggeber erzielten Verkaufserlöses.

Es kann also durchaus sein, dass der anrechenbare Verwertungserlös des Leasinggegenstandes deutlich unter der vereinbarten Abschlusszahlung liegt.

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