Unternehmensauskunft für Privatpersonen

Die Schufa verkauft ein neues Produkt: Jetzt gibt es nicht nur eine Unternehmensauskunft für andere Unternehmer (B2B), sondern auch eine Unternehmensauskunft, die Privatpersonen abrufen können (C2B).

Der Datenbestand, der dafür in Frage kommt, enthält laut Schufa Informationen über 1,5 Millionen Kapital- und Personengesellschaften, die im Handelsregister eingetragen sind.

Antragsvoraussetzung

Soweit ersichtlich, können von der Unternehmensauskunft alle Personen Gebrauch machen, die nicht im Handelsregister eingetragen sind, also nicht nur Privatpersonen, sondern außerdem alle Kleinunternehmer und Selbständige.

Wie die überwiegende Zahl der Schufa-Dienstleistungen, ist auch dieser neue Service nicht kostenlos für die Verbraucher. Um die Unternehmensauskunft zu erhalten, muss man sich zunächst registrieren lassen und kann danach die Daten des gewünschten Unternehmens online abrufen.

Inhalt der Unternehmensauskunft

Die Unternehmensauskunft enthält im Wesentlichen Stammdaten von Firmen und im Handelsregister eingetragenen Kaufleuten. Diese sind: Name, Anschrift, Rechtsform, Branche und wichtige Kennzahlen, wie Umsatz und Grundkapital.

Außerdem können Informationen zur Kreditwürdigkeit eingesehen werden. Neben diesen Daten stehen Angaben zu wichtigen Geschäftsereignissen des letzten Jahres zur Verfügung, wie Gesellschafter und Geschäftsführerwechsel. Gesellschafter sind außerdem namentlich aufgeführt.

Ein Großteil dieser Daten, nicht jedoch Angaben über die Kreditwürdigkeit, findet sich auch in jedem Handelsregisterauszug. Nicht in der Unternehmensauskunft enthalten sind Angaben über die wirtschaftliche Situation von Geschäftsführern, Vorständen und Gesellschaftern.

Bauherren und Arbeitsplatzbewerber sollen profitieren.

Für ihre neue Dienstleistung hat die Schufa nach eigenen Angaben vor allem zwei Zielgruppen im Auge: Bauherren und Bewerber um einen Arbeitsplatz.

Insolvenzen in der Baubranche sind relativ häufig. 18 % der Bauherren sind davon betroffen. Der Konkurs eines Bauunternehmers kann beim Bauherrn zu erheblichen Vermögenseinbußen führen, wenn Vorauszahlungen in größerem Umfang geleistet wurden.

Arbeitnehmer können nach Ansicht der Schufa ein Interesse an einer Unternehmensauskunft haben, um sich bei einer Bewerbung ein Bild von der Solvenz ihres künftigen Arbeitgebers zu verschaffen.