Was ist Bonität

Was ist Bonität? Diese Frage stellen sich viele Personen erst, wenn es Probleme bei der Kreditaufnahme oder beim Abschluss anderer Verträge des täglichen Lebens gibt.

Doch dann ist es meistens schon zu spät. Die Kreditaufnahme verzögert sich bestenfalls, sehr oft bleibt der Darlehenswunsch wegen schlechter Bonität unerfüllt, oder der Vertrag über ein Handy wird nicht abgeschlossen.

Wer regelmäßig am Wirtschaftsleben teilnimmt, tut gut daran, sich über seine Bonität auch regelmäßig Gedanken zu machen und die Möglichkeit zu nutzen, kostenlose Eigenauskünfte bei der Schufa einzuholen und alle Möglichkeiten auszuschöpfen, negative Schufaeinträge löschen zu lassen.

 Zwei Komponenten

Bonität oder Kreditwürdigkeit bedeutet die Fähigkeit einer Person, eines Unternehmens oder eines Staates, eingegangene Verbindlichkeiten zurückzahlen zu können und zurückzahlen zu wollen.

Die Bonität wird also durch zwei Merkmale gekennzeichnet: Die Zahlungswilligkeit oder persönliche Bonität und die Zahlungsfähigkeit oder wirtschaftliche Bonität.

Kreditgeber zur Bonitätsprüfung verpflichtet

In Deutschland sind Kreditinstitute verpflichtet, die Bonität ihrer Kunden in angemessenem Umfang zu prüfen. Das ergibt sich aus Paragraph 18 KWG und aus den Paragraphen 56 und 112 SolvV.

Die Bonität prüfen, das bedeutet in der Praxis die Einholung einer Schufaauskunft oder einer Auskunft bei einer anderen Wirtschaftsauskunftei und die Vorlage aussagefähiger Unterlagen über Vermögen und Einkommen.

Die Funktion der Schufaauskunft

Die Schufaauskunft dient in erster Linie der Ermittlung der persönlichen Bonität. In der Schufa Datei befinden sich neben persönlichen Daten vor allem Angaben über abgeschlossene Verträge und Konten sowie Angaben darüber, ob der Betroffene seinen vertraglichen Verpflichtungen ordnungsgemäß nachgekommen ist.

Auch sogenannte harte negative Merkmale wie Vollstreckungsmaßnahmen und Insolvenz sind in der Schufa Datei vermerkt.

Anhand der Schufaauskunft versuchen Kreditgeber einzuschätzen, wie zuverlässig ihr Kunde seine Verpflichtungen erfüllen wird. Ergibt sich aus der Auskunft, dass der Kunde frühere und bestehende Verpflichtungen erfüllt, er also seine Finanzen im Griff hat, wird das positiv gewertet.

Fehlverhalten fällt negativ ins Gewicht. Das gleiche gilt, wenn eine Reihe bestehender Vorverpflichtungen festgestellt wird und deshalb die Erfüllung weiterer Verbindlichkeiten unter Berücksichtigung der Einkommens- und Vermögenssituation nicht sicher erscheint.

Ein weiteres Hilfsmittel zur Feststellung der Zuverlässigkeit sind die einzelnen Scorewerte, Basisscore, Branchenscore und neuerdings zunehmend Geoscoring.

Prüfung der Leistungsfähigkeit

Neben der Zuverlässigkeit prüft der Kreditgeber, wie viel Kredit sich der Kreditnehmer überhaupt leisten kann. Die wirtschaftliche Bonität oder wirtschaftliche Kreditwürdigkeit wird nicht unter Einschaltung der Schufa untersucht, sondern anhand von Angaben, die der Kreditinteressent der Bank gegenüber machen muss.

Dazu gehören Unterlagen über die Einkommens- und Vermögenssituation wie Gehaltsabrechnungen, Kontoauszüge, Jahresabschlüsse usw.

Bisweilen müssen darüber hinaus auch noch Fragebögen ausgefüllt werden. Für die wirtschaftliche Bonität werden das Einkommen und das Vermögen den Ausgaben und Schulden gegenübergestellt.

Es spielen aber noch andere Merkmale eine Rolle. Beispiele sind die Sicherheit des Arbeitsplatzes sowie der Güterstand und der Personenstand.

Ermessensspielräume & unterschiedliche Bonitätsrichtlinien

Die Frage „was ist Bonität?“ wird von Banken und anderen Unternehmen wie Telekommunikationsunternehmen oder Versandhändler durchaus unterschiedlich beantwortet.

Bei Krediten ist eine Kreditwürdigkeitsprüfung zwar vorgeschrieben, welche Kriterien dabei angewendet werden und wie diese gewichtet werden, das steht in einem gewissen Umfang im Ermessen der Kreditgeber. So kann es vorkommen, dass bei Vorliegen derselben Bonitätsmerkmale verschiedene Banken zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.

Bei bonitätsabhängigen Darlehen führt dies gegebenenfalls zu Angeboten mit verschiedenen Kreditkonditionen. Möglich ist auch, dass ein Darlehen bei einer Bank abgelehnt wird, während ein anderes Kreditinstitut mit der Darlehensgewährung kein Problem hat. Deshalb ist immer zu empfehlen, mehrere konkrete Kreditangebote einzuholen und zu vergleichen.

In vielen Fällen wird die Frage „was ist Bonität“ von den Kreditgebern gar nicht vollständig beantwortet. Bei Ratenkrediten, ein Massengeschäft für die Banken, findet die Bonitätsprüfung häufig in einem automatisierten Verfahren statt.

Ergibt die Schufaauskunft Probleme mit der persönlichen Bonität, wird die wirtschaftliche Kreditwürdigkeit überhaupt nicht mehr untersucht. Das Darlehen wird stattdessen automatisch abgelehnt.