Was selbstschuldnerisch bürgen bedeutet

Wer eine selbstschuldnerische Bürgschaft unterzeichnet, muss damit rechnen, sofort in Anspruch genommen zu werden, wenn der Schuldner zur Zahlung nicht mehr in der Lage ist.

 

Sofortige Inanspruchnahme möglich

 

Wer selbstschuldnerisch bürgt, verzichtet auf die Einrede der Vorausklage nach § 773 BGB. Das bedeutet: Der Gläubiger eines Kredites oder auch eines privaten Darlehens braucht nicht erst den Schuldner zu verklagen, und die Zwangsvollstreckung zu versuchen. Er kann gleich auf den Bürgen zugreifen und Zahlung verlangen.

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Das macht die selbstschuldnerische Bürgschaft als Kreditsicherheit für den Gläubiger natürlich besonders attraktiv, für den Bürgen hingegen ist sie mit hohem Risiko versehen.

 

Vertragsinhalt

 

Die Verträge über eine selbstschuldnerische Bürgschaft folgen einem bestimmten Muster. Sie enthalten im Wesentlichen die folgenden Punkte:

  • Die Bezeichnung des Bürgen und des Bürgschaftsgläubigers (desjenigen, der dem Schuldner den Kredit gewährt).
  • Die Benennung des Bürgschaftsgegenstands (das sind die Ansprüche des Gläubigers gegen den Schuldner, die durch die selbstschuldnerische Bürgschaft gesichert werden sollen).
  • Den Verzicht auf zwei Einreden des Bürgen, die ihm bei einem normalen Bürgschaftsvertrag zustünden, nämlich die Einrede der Vorausklage (§ 773 BGB) und die Einrede der Anfechtbarkeit und Aufrechenbarkeit (§ 770 BGB).

Werden ein Höchstbetrag oder eine zeitliche Begrenzung der Bürgschaft vereinbart, muss das auch  im Bürgschaftsvertrag erwähnt werden.

Wegen des hohen wirtschaftlichen Risikos sollte es grundsätzlich vermieden werden, selbstschuldnerisch zu bürgen, selbst wenn Freunde und Bekannte darum bitten.