Zinsbindung bei Festzinsdarlehen

Zinsbindung bedeutet, dass die Zinsen für einen bestimmten Zeitraum fest vereinbart sind. Ihre Höhe kann nicht einsetig verändert werden.

Solche Festzinsdarlehen sind vor allem bei Baukrediten oder Hauskrediten zu finden.

Zinsbindung und Kreditlaufzeit

Zinsbindungsfristen von einem Jahr bis zu dreißig Jahren sind möglich. Für die Praxis relevant ist eine Zinsbindung für 5, 10 oder 15 Jahre.

Als Grundregel gilt: Je länger die Zinsbindung, desto höher der Zinssatz. Selten stimmen Zinsbindungsfrist und die Gesamtlaufzeit des Kredites miteinander überein.

In den überwiegenden Fällen ist die Zinsbindungsfrist kürzer. Nach deren Ablauf muss dann über die Bedingungen für eine Anschlussfinanzierung verhandelt werden. Deswegen muss die Dauer der Zinsbindung gut überlegt sein.

Auch wenn der Zinssatz etwas höher ist, sollte in Zeiten besonders niedriger Zinsen eine lange Zinsbindungsfrist vereinbart werden.

Kündigungsmöglichkeiten

Eine Kündigung ist während der Zinsbindung grundsätzlich ausgeschlossen. Allerdings steht dem Kreditnehmer das Recht zu, nach Ablauf einer 10jährigen Zinsbindungsfrist den Kredit mit einer Kündigungsfrist von 6 Monaten zu kündigen. Kreditgebern dagegen steht ein solches Recht nicht zu.

Nicht durch Grundpfandrechte oder Schiffspfandrechte gesicherte Kredite, meist normale Verbraucherkredite, können übrigens nach sechs Monaten jederzeit mit einer Dreimonatsfrist gekündigt werden.

Soweit die ordentliche Kündigung gesetzlich vorgeschrieben ist, entstehen keine Vorfälligkeitsentschädigungen. Eine Ausnahme bilden Kreditverträge, die vor 1987 abgeschlossen worden sind. Bei einer außerordentlichen Kündigung kann eine Vorfälligkeitsentschädigung entstehen, wenn der Kündigungsgrund im Verantwortungsbereich des Kreditnehmers liegt.

Vorfälligkeitsentschädigung: Voraussetzungen & Höhe

Geht es um die einvernehmliche Auflösung eines Kreditvertrages mit Zinsbindung, ist die Vorfälligkeitsentschädigung immer ein Thema. Ob und in welcher Höhe sie ausfällt, ergibt sich meistens aus dem Kreditvertrag und ist im Übrigen einzelfallbezogen zu entscheiden.

Der erste Schritt ist immer die Prüfung, ob eine Vorfälligkeitsentschädigung aufgrund des Vertrages und der gesetzlichen Bestimmungen im konkreten Fall zulässig ist.

Die nächste Prüfung bezieht sich auf deren Höhe. Zunächst wird der Restbetrag festgestellt und mit den Zinssätzen für einen Vergleichsindex mit derselben Restlaufzeit wie der Kreditvertrag abgezinst.

Dieser Betrag wird noch um die ersparten Verwaltungs- und Risikokosten bereinigt. Von dem so bereinigten Betrag wird die Restschuld abgezogen. Das Ergebnis ist die geschuldete Vorfälligkeitsentschädigung.

Der entscheidende Punkt ist, welcher Vergleichsindex herangezogen wird. Erst kürzlich hat der Bundesgerichtshof (AZ: XI ZR 285/03) entschieden, dass Maßstab die Renditen aus der Kapitalmarktstatistik der Deutschen Bundesbank sein muss.

Die Banken verwenden allerdings oft andere Vergleichsindizes, nämlich verschiedene Pfandbriefindizes, wodurch der Kreditnehmer benachteiligt wird.

Man kann vielleicht einiges Geld sparen, wenn die Bank um Auskunft nach ihrem Berechnungsmaßstab gebeten wird. Selbst wenn die Zinsbindung schon einvernehmlich aufgehoben wurde, ist evtl. eine Neuberechnung der Vorfälligkeitsentschädigung durchsetzbar.