Vermögensaufbau ist auch mit kleinen Beträgen möglich. Mit nur 50 Euro monatlich können Sie langfristig beachtliche Summen ansparen. Voraussetzung ist ein langer Atem, die Auswahl der richtigen Anlageklassen und Disziplin.

Wenn Sie regelmäßig 50 Euro monatlich in ETFs anlegen, können Sie bei einer Rendite von 5 % nach 30 Jahren über rund 41.000 Euro verfügen. 

In diesem Beitrag finden Sie Musterbeispiele, Informationen und Tipps, wie Sie Ihre Sparziele erreichen können.

Instrumente – Sparpläne

Mit 50 € monatlich in einzelne Werte zu investieren, ist nicht praktisch und zudem unnötig risikoreich. Deutlich besser sind Sparpläne von unterschiedlichen Anbietern. Viele Broker und Betreiber von Robo-Advisors akzeptieren kleine Beträge ab 20 oder 25 Euro monatlich.

ETF-Sparpläne

ETFs (Exchange Traded Funds) sind eine beliebte Wahl für Anleger mit begrenztem Budget. Sie bieten eine breite Diversifizierung und erfordern keine großen Kapitaleinlagen. ETFs mit globaler Diversifizierung können durchschnittlich Renditen von 5 % bis 7 % erzielen. Dies ergeben Untersuchungen über die Wertentwicklung von ETFs in den vergangenen zehn Jahren.

Ein Sparplan ermöglicht es Ihnen, regelmäßig in einen oder zwei ETFs Ihrer Wahl zu investieren, selbst wenn Sie nur 50 € pro Monat zur Verfügung haben.

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Robo-Advisor

Die Robo-Advisors sind eine attraktive Lösung für diejenigen, die sich unsicher sind, wie sie ihr Geld am besten investieren sollen. Diese automatisierten Anlageplattformen verwenden Algorithmen, um Anlagestrategien zu entwickeln, die auf den individuellen Zielen und Risikotoleranzen basieren. Robo-Advisors investieren in der Regel ebenfalls in ETFs und bieten teilweise über zehn Anlagestrategien.

Laut einer Umfrage von Deloitte haben Robo-Advisors in den vergangenen Jahren an Popularität gewonnen, da sie eine kostengünstige und benutzerfreundliche Möglichkeit bieten, in den Markt zu investieren.

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Die Auswahl der Assetklassen

Bei der Entscheidung, wie Sie Ihre 50 € pro Monat investieren möchten, stehen Ihnen verschiedene Assetklassen zur Verfügung. Es ist wichtig, ein ausgewogenes Portfolio zu erstellen, das sowohl Rendite als auch Diversifikation bietet. Hier sind einige Optionen, die Sie in Betracht ziehen können.

Aktien: Aktien bieten langfristig eine der besten Renditen. Sie können einzelne Aktien kaufen. Besser aber investieren Sie in Indexfonds (ETFs), die in ein breites Portfolio von Aktien diversifiziert sind. Risiko: Mittel bis Hoch.

Anleihen: Anleihen gelten als sicherere Anlageklasse und bieten regelmäßige Zinszahlungen. Sie können Staatsanleihen, Unternehmensanleihen oder Anleihefonds (Anleihe-ETFs) in Betracht ziehen. Risiko: je nach Zusammensetzung des Fonds niedrig bis mittel.

Immobilien: Investitionen in Immobilien können gute Renditen bieten. Eine Geldanlage in Einzelimmobilien oder Immobilienfonds ist aber mit hohen Risiken verbunden. Besser eignen sich Reits: Risiko bei Reits: niedrig bis mittel.

Rohstoffe:  Rohstoffe wie Gold, Silber oder Öl können eine Absicherung gegen Inflation bieten und zur Diversifikation eines Portfolios beitragen. Risiko: hoch.

Kryptowährungen:  Obwohl sie volatil sind, haben Kryptowährungen wie Bitcoin in den vergangenen Jahren erhebliche Renditen erzielt. Sie sollten jedoch vorsichtig sein und, wenn überhaupt, nur einen kleinen Teil Ihres Portfolios in Kryptowährungen investieren. Risiko: hoch

Sachwerte als alternative Anlagemöglichkeiten: In Betracht kommen Antiquitäten, Kunstwerke, wertvolle Uhren, exquisite Weine und anderes. Alternative Anlagemöglichkeiten sind spekulativ. Risiko: hoch

Die Auswahl der Assetklassen ist abhängig von Ihren persönlichen Zielen, Ihrer Risikobereitschaft und Ihrer Anlagestrategie. Eine sorgfältige Recherche und gegebenenfalls Beratung durch einen Fachberater oder einen Mitarbeiter bei einem Robo-Advisor können dabei helfen, die passenden Assetklassen zu finden.

Beispiele für Portfolios bei einer monatlichen 50 Euro Geldanlage (keine Empfehlungen)

Ein diversifiziertes Portfolio streut das Risiko über verschiedene Assetklassen und verringert die Auswirkungen von Marktschwankungen. Mit einer Kapitalanlage von 50 Euro monatlich können Sie theoretisch in alle oben aufgeführten Assetklassen investieren.

Unseres Erachtens ist es aber besser und übersichtlicher, sich auf Aktien-ETFs und Anleihe-ETFs zu beschränken, wenn nur kleinere Beträge zur Verfügung stehen.

Aktien und Anleihen entwickeln sich in der Regel gegenläufig, sodass durch eine Mischung aus beiden Anlageklassen angemessene Renditen bei einer vernünftigen Risikostreuung erreicht werden. Ganz vorsichtige Anleger können den Anleihe-Anteil auch durch Festgeld ersetzen.

Tipp:

Investieren Sie in thesaurierende ETFs, die Erträge nicht ausschütten, sondern automatisch reinvestieren. Dies führt zu einem sofortigen Zinseszinseffekt.

Mit 50 € monatlich sind nicht mehr als zwei unterschiedliche Sparpläne realistisch. Legen Sie Ihr Geld in ETFs an, die breit aufgestellt sind. Als Aktien-ETF eignen sich besonders ETFs, die den SCI World abbilden. Anleihe-ETFs sollten nur Indizes aus der Eurozone abbilden, um Währungsrisiken zu vermeiden.

Defensiv ausgerichtetes Portfolio: hohe Sicherheit – geringe Rendite

  • Anleihen-ETFs oder Festgeld:  50 Euro (100 %)

Ausgewogenes Portfolio: gute Sicherheit – angemessene Rendite

  • Anleihen oder Festgeld: 25 Euro (50 %)
  • Aktien-ETFs: 25 Euro (50 %)

Offensives Portfolio: hohe Rendite – mittleres bis hohes Risiko

  • Aktien-ETFs: 50 Euro (100 %)

Zur Information hier noch ein Beispiel für ein mit praktisch allen Anlageklassen breit diversifiziertes Portfolio. Für den Aufbau eines solchen Portfolios müssen allerdings monatlich deutlich höhere Sparbeträge zur Verfügung stehen.

  • 40 % in Aktien-ETFs
  • 30 % in Anleihe-ETFs
  • 20 %% in Reits
  • 10 % in einen Rohstofffonds

Dieses Musterdepot ist ertragsstark bei einem mittleren bis hohen Risiko.

Ansparphase und Sparguthaben

Folgende Tabelle zeigt beispielhaft, wie hoch das Sparguthaben am Ende der Ansparphase sein kann. Es handelt sich um grobe Schätzungen. Ausgegangen wird von einer monatlichen Geldanlage in Höhe von 50 Euro und einer Zinsperiode von einem Jahr.

Rendite/Zinsen

10 Jahre

20 Jahre

30 Jahre

2 %

6.641 €

14.736 €

24.605 €

5 %

7.751 €

20.377 €

40.943 €

6 %

8.166 €

22.789 €

48.977 €

Aufgrund des Zinseszinseffekts wächst der Wert des Portfolios gegen Ende der angenommenen Laufzeit am schnellsten. Voraussetzung ist natürlich, dass die Erträge sofort reinvestiert werden.

Vorteile von ETF-Sparplänen

Cost-Average-Effekt: Bei regelmäßigen Investitionen in Wertpapiere bildet sich aus jedem einzelnen Kaufpreis der Durchschnittspreis. Anleger können davon vor allem profitieren, wenn der Kurs des ETFs zwischenzeitlich fällt.

Niedrige Einstiegshürde: Investitionen sind schon mit relativ kleinen Beträgen wie 50 € monatlich möglich. Zudem wird die Liquidität nicht wesentlich belastet.

Einfaches Investieren: Ihr Broker oder Robo-Advisor führt den Sparplan regelmäßig aus und kauft die Anteile. Die Sparrate wird in der Regel per Lastschrift eingezogen.

Nachteile von ETF-Sparplänen

Eingeschränkte Auswahl: Sparpläne sind ein Angebot Ihres Brokers. Häufig sind nicht alle ETFs besparbar. Allerdings ist die Auswahl bei fast allen Brokern verhältnismäßig groß.

Nachteile bei Kursschwankungen: Sie haben keine Möglichkeit, kurzfristig auf Kursschwankungen zu reagieren.

Kostennachteile möglich: Die durch die Sparplangebühr verursachten Kosten können über die gesamte Sparperiode höher sein als bei einer Einmalanlage. Allerdings bieten einige Broker auch kostenfreie ETF-Sparpläne an. Ein Beispiel ist die Consorsbank.

Kosten im Auge behalten

Auch wenn 50 € pro Monat eine vergleichsweise kleine Investitionssumme ist, können die Kosten im Laufe der Zeit erheblich sein. Achten Sie darauf, Anlageprodukte mit niedrigen Gebühren zu wählen, um Ihre Rendite nicht zu schmälern.

Steuerliche Aspekte

50 Euro monatlich steuerfrei sparen, ist während der gesamten Ansparphase meistens nicht möglich. Geldanlagen unterliegen der Kapitalertragssteuer. Bei thesaurierenden ETFs wird eine Steuer auf eine Vorabpauschale erhoben. Ermittlung und Abführung der Steuer wird von der Depotbank durchgeführt.

Schaubild zur Besteuerung der Vorabpauschale bei thesaurierenden ETFs

Der Broker bucht die abgeführte Steuer automatisch von Ihrem Verrechnungskonto ab, sofern sie nicht durch einen entsprechenden Freistellungsauftrag abgedeckt ist.

Es gibt aber einen Freibetrag. Danach sind 1000 € pro Person und 2000 € für Ehegatten und eingetragene Lebenspartner steuerfrei. Erforderlich ist ein Freistellungsauftrag oder eine NV-Bescheinigung.