Falsche Schufaeinträge häufig?

Eine Studie der GP Forschungsgruppe im Auftrag des Verbraucherministeriums Sorgte vor längerer Zeit für Aufsehen. Schufaeinträge, aber auch die Einträge in Datenbanken anderer Auskunfteien, wie Bürgel, Creditreform oder Arvato Infoscore sind zu einem hohen Prozentsatz falsch, Schufaeinträge etwa zu 45 %.

Die GP Forschungsgruppe kommt zu diesem Ergebnis auf der Grundlage von 100 Selbstauskünften. Die Fehler bei den Schufaeinträgen sind vielfältig.

Fehler in der SCHUFA Datei & ihre Folgen

Die Schufa Daten können unvollständig sein (Beispiel: Ein bestehendes Girokonto ist nicht vermerkt), richtig falsch (Beispiel: Eine Kreditkarte, die gar nicht existiert), oder einfach nur veraltet (Beispiel: Kredit trotz Ablauf der Löschfrist).

Wichtig ist auch eine weitere Information: 35 % der Falscheintragungen sind nicht von der Schufa selbst verursacht worden, sondern beruhen auf unzutreffenden Angaben der Vertragspartner.

Gleichgültig, was die Schufa und deren Mitstreiter gegen diese Fakten einwenden mögen; gleichgültig, ob die Untersuchung repräsentativ genannt werden kann oder nicht – die aufgedeckten Zahlen an sich sind ein Skandal.

Schufaauskünfte werden herangezogen, wenn es um die Beurteilung des persönlichen Kreditwürdigkeit geht oder auch nur darum, ob ein alltägliches Geschäft abgeschlossen werden kann.

Ergibt die Schufaauskunft fälschlich, dass ein Girokonto nicht geführt wird, kommt womöglich der Vertrag über ein Handy nicht zustande. Wird eine Konditionenanfrage „versehentlich“ als Kreditanfrage deklariert, verschlechtert sich eventuell der Scorewert und der erwünschte Kredit wird deshalb teuerer.

Selbstauskunft & Daten löschen

Die Untersuchung verdeutlicht, wie wichtig es ist, sich um seine Schufaeinträge rechtzeitig zu kümmern und nicht erst, wenn ein Kredit wegen schlechter Schufa abgelehnt wurde.

Jeder hat ein Anrecht auf eine Selbstauskunft.

Seit kurzem besteht die kostenlose Selbstauskunft aus einer Datenkopie, aus der sich auch die erteilten Auskünfte an Partnerunternehmen ergeben. Die Datenkopie kann mehrmals jährlich angefordert werden.

Umfassende Bonitätsauskünfte sind nach wie vor nur gegen Gebühren möglich.

Verbraucher können die Berichtigung selbst in Angriff nehmen und sich an die SCHUFA bzw. das Partnerunternehmen wenden. In manchen Fällen müssen aber Rechtsfragen geklärt werden. Dann wird der Betroffene ohne fachliche Hilfe nicht auskommen.