Zweiter Kreditnehmer: Für und Wider eines Kredits mit 2 Personen

Ist ein zweiter Kreditnehmer bei Verheirateten und Lebensgemeinschaften immer erforderlich?

Muss der Ehepartner oder der Lebenspartner einen Kreditvertrag mit unterzeichnen?

Viele Paare glauben das. Der Grund liegt im Verhalten eines Großteils der Banken, die von vornherein auf zwei Vertragspartnern bestehen oder jedenfalls den Anschein erwecken.

Die Antwort auf die Fragen ist aber „Nein“.

Ehepartner müssen einen Darlehensvertrag nicht unbedingt gemeinsam unterzeichnen. Eine rechtliche Verpflichtung besteht nicht.


Zwar kann eine Kreditaufnahme zusammen mit einem Mitdarlehensnehmer im Einzelfall vorteilhaft sein. Aber eine Kreditaufnahme mit einem zweiten Kreditnehmer hat aufseiten der Antragsteller auch Nachteile.

In einigen Fällen bleibt Kreditnehmern nichts anderes übrig, als den Partner in die Kreditaufnahme einzubeziehen.

Bei der Finanzierung eines Eigenheims mit einem großen Kredit ist die Mitunterzeichnung in der Regel unumgänglich.

Praktisch alle Finanzdienstleister, die sich mit Immobilienfinanzierungen an Privatpersonen befassen, werden darauf bestehen.


Ähnlich sieht es aus, wenn Verbraucherdarlehen über höhere Beträge zum Beispiel ab 10.000 € aufgenommen werden. Viele Banken verlangen in solchen Fällen einen zweiten Kreditnehmer.

Kredit für 2 Personen abschließen

Manchmal besteht der ausdrückliche Wunsch nach einem Kredit für zwei Personen, ohne dass die Bank eine Mitunterzeichnung zur Voraussetzung gemacht hat.

Beispielsweise möchte ein Ehepaar ein gemeinsames Vorhaben auch gemeinsam finanzieren.

Oder das Einkommen einer Person reicht nach Einschätzung des Kreditnehmers nicht aus, um den Verpflichtungen aus dem gewünschten Kredit nachzukommen.

Vielleicht besteht auch die Hoffnung auf bessere Kreditkonditionen, wenn eine weitere Person mit unterzeichnet.


Banken und  Kreditvergleichsportale  erwarten von den Kunden eine Entscheidung, ob ein zweiter Kreditnehmer in den Vertrag einbezogen werden soll, noch bevor die eigentliche Antragsstrecke beginnt.

Einen Kredit für zwei Personen abzuschließen, ist also denkbar einfach.

Hier ein Screenshot aus der Kreditanfrage bei Finanzcheck.de:

Screenshot einer Kreditanfrage mit zwei Kreditnehmern

Kreditanfrage mit zwei Kreditnehmern

Rechtlich kann ein Kredit mit zwei Personen verschiedenen Charakter haben. Der Mitunterzeichner kann genauso wie der Erstunterzeichner Vertragspartner der Bank werden.


Möglich ist außerdem eine selbstschuldnerische Bürgschaft oder in Einzelfällen ein einfacher Schuldbeitritt.

Im Kreditgeschäft mit Privatkunden wird der Mitunterzeichner praktisch immer zweiter Kreditnehmer, also Vertragspartner der Bank. Bürgschaften kommen heutzutage kaum noch vor.

Und ein Schuldbeitritt wird eigentlich niemals vereinbart. Allerdings haben in der Vergangenheit Gerichte eine Mitunterzeichnung nicht als Eintritt in den Kreditvertrag, sondern lediglich als Schuldbeitritt interpretiert.

Was ist ein zweiter Kreditnehmer?

Ein zweiter Kreditnehmer wird Vertragspartner der Bank mit allen Rechten und Pflichten.

Beide Antragsteller haften der Bank als Gesamtschuldner. Das bedeutet: Die Bank hat die Wahl, an welchen Kreditnehmer sie sich zur Erfüllung der Verpflichtungen aus dem Kreditvertrag wendet.


Die Bank kann jeden Vertragspartner auf Zahlung aller Verbindlichkeiten aus dem Kreditvertrag in Anspruch nehmen, sei es, dass eine Rate oder mehrere Raten ausstehen oder dass die Bank die gesamte Restsumme nach erfolgter Kündigung fällig stellt.


Ist bei einem der Kreditantragsteller nichts zu holen, kann die Bank sich ohne weiteres an den zweiten Kreditnehmer halten.

Natürlich kann die Bank den geschuldeten Betrag nur einmal verlangen.

Umgekehrt können die beiden Kreditantragsteller nur gemeinsam handeln, wenn es um Angelegenheiten das Darlehen betreffend geht.

Etwas anderes gilt nur, wenn untereinander oder im gemeinsam abgeschlossenen Darlehensvertrag mit der Bank eine andere Regel vereinbart wird.


Sie können zum Beispiel den Kreditbetrag nur gemeinsam erhöhen oder nur gemeinsam Ratenpausen vereinbaren. Auch die vorzeitige Rückzahlung eines Darlehens erfordert das Einverständnis beider Kreditnehmer.


Ohne gesonderte Vereinbarung haften sie untereinander, im Innenverhältnis, zu gleichen Teilen.

Hat beispielsweise ein Kreditnehmer den Restbetrag nach einer Kündigung durch die Bank in Höhe von 10.000 Euro ausgeglichen, besteht gegen den Mitunterzeichner ein Anspruch auf Zahlung von 5.000 Euro.

Eine Vereinbarung zwischen den beiden Kreditnehmern empfiehlt sich in erster Linie bei Darlehen über große Beträge mit langen Laufzeiten.

Ein Beispiel sind Annuitätendarlehen für die Finanzierung eines Eigenheims.

Junge Eheleute denken nicht an Trennung, wenn sie ein Darlehen für das erste Eigenheim oder für ein besonders teures Auto aufnehmen.

Aber bei hohen Summen empfiehlt sich schon, dass Innenverhältnis zu regeln.

  • Wie sollen die Verpflichtungen unter den Partnern aufgeteilt werden?
  • Was passiert mit dem fremdfinanzierten Gegenstand, wenn die Partnerschaft aufgelöst wird?

Beide Kreditnehmer haben Rechte gegenüber der Bank. Beispiel:

Der zweite Kreditnehmer hat genauso wie der erste Kreditnehmer das Recht auf Rückgabe von Sicherheiten nach Beendigung des Kreditvertrages.

Als zweiter Kreditnehmer aussteigen?


Da Mitdarlehensnehmer Vertragspartner der Bank werden, können Sie nicht ohne weiteres aus dem Kreditvertrag aussteigen.

Die Voraussetzungen für die Entlassung eines Kreditnehmers aus dem Kreditvertrag können im Einzelfall im Darlehensvertrag geregelt werden. Üblich ist dies aber nicht.

Folgende Fallgruppen sind denkbar, wenn ein Kreditnehmer aus dem Vertrag heraus möchte:

  1. 1
    Die Bank stimmt der Entlassung aus dem Vertrag zu, weil der verbleibende Kreditnehmer über eine ausreichende Bonität verfügt, um das Restdarlehen allein zurückführen zu können.
  2. 2
    Die Bank lässt sich auf einen Austausch eines Kreditnehmers mit einem anderen Kreditnehmer ein, dessen Bonität ausreicht.
  3. 3
    Der Kredit wird im Einverständnis mit dem anderen Kreditnehmer vollständig vorzeitig abgelöst. In diesem Fall können Vorfälligkeitsentschädigungen anfallen.

Kredit mit zwei Personen: Vorteile für Kreditnehmer und Bank

Ein Kredit mit zwei Antragstellern bietet für beide Vertragsparteien, Bank und Kreditnehmer, Vorteile. Das erklärt, warum etwa 20 % aller Kreditverträge von zwei Personen unterzeichnet werden.

Für Kreditnehmer können jedoch ebenso Nachteile entstehen.

Banken erhalten eine zusätzliche Sicherheit, wenn zwei Personen gemeinsam ein Darlehen aufnehmen. Die üblichen Ratenkredite werden in der Regel durch Abtretung von pfändbaren Lohnansprüchen besichert.

Üben beide Kreditnehmer eine Beschäftigung aus, kann der Kredit doppelt mit zwei Lohnabtretungen besichert werden. Dadurch reduziert sich das Kreditausfallrisiko.


Viele Banken akzeptieren aber nicht jede Person als Mitdarlehensnehmer. Sie verlangen, dass der zweite Kreditnehmer im selben Haushalt mit dem ersten Kreditnehmer lebt.


Dadurch wird die Bonitätsprüfung erleichtert und der Zugriff auf das pfändbare Vermögen beider Kreditnehmer ist einfach.

Ehepartner und Lebenspartner führen beispielsweise ein Gemeinschaftsskonto, das zur Feststellung der Bonität ausgewertet werden kann.


Auf dieses Konto kann der Kredit ausgezahlt werden und das Gemeinschaftskonto kann gepfändet werden, wenn es zu Zahlungsschwierigkeiten kommt.

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Leben beide Kreditnehmer zusammen, muss die wirtschaftliche Kreditwürdigkeitsprüfung nicht für jede Person einzeln durchgeführt werden. Berücksichtigt werden alle regelmäßigen Einkünfte und die gemeinsamen Ausgaben.


Bei den Ausgaben kann die „Familienpauschale“ angesetzt werden. Beispielsweise wird für den ersten Kreditnehmer eine Pauschale in Höhe von 800 € angesetzt und für jede weitere Person, einschließlich des zweiten Kreditnehmers, eine Pauschale in Höhe von 200 € oder 300 €.

Kreditnehmer können ebenfalls profitieren, wenn sie ein Darlehen zusammen aufnehmen.


Durch die Zusammenfassung von Einnahmen und ebenso Ausgaben werden Ungleichgewichte ausgeglichen.

Beispiel:

Der Hauptverdiener beantragt das Darlehen allein. Da er das meiste Geld verdient, werden in seinem Namen die meisten Ausgaben beglichen, während der weniger verdienende Partner kaum Ausgaben hat.

Dadurch reduziert sich das frei verfügbare Einkommen des Hauptverdieners und der beantragte Kredit wird deshalb vielleicht nicht oder nicht in voller Höhe vergeben.

Zusammen mit dem Nebenverdiener als zweiten Kreditnehmer kann das frei verfügbare Einkommen aber ausreichen.

  1. 1
    Die regelmäßigen Einkünfte werden zusammengerechnet und der zweite Kreditnehmer dient als zusätzliche Sicherheit. Dadurch können höhere Kreditbeträge vergeben werden.
  2. 2
    Oder eine Kreditvergabe wird erst durch die Einbeziehung einer weiteren Person möglich. Die Kreditvergabewahrscheinlichkeit ist höher.
  3. 3
    Die Bank akzeptiert längere Laufzeiten.
  4. 4
    Das Kreditinstitut gewährt in der Regel günstigere Zinskonditionen.

Angeblich sollen gemeinsam beantragte Kredite durchschnittlich um 7 % bis 8 % günstiger sein.

Erhebungen zufolge soll sich außerdem die Wahrscheinlichkeit der Kreditvergabe um ca. 17 Prozent erhöhen, wenn der Kreditvertrag von einem zweiten Kreditnehmer mitunterzeichnet wird.


Damit Kreditnehmer diese Vorteile vollständig ausschöpfen können, gibt es einiges zu beachten:

1.

Der zweite Kreditnehmer muss etwas zur „Gesamtbonität“ beitragen können. Anders ausgedrückt: Der Mitdarlehensnehmer muss über nennenswertes eigenes regelmäßiges Einkommen am besten aus einem Beschäftigungsverhältnis aber auch aus einer Nebentätigkeit, aus Kapitalanlagen oder aus Vermietung und Verpachtung verfügen.

2.

Der zweite Kreditnehmer darf keine negativen SCHUFA Eintragungen haben. Hat ein Antragsteller Schufaprobleme, wirkt sich dies auf die Bonität des Mitantragstellers negativ aus. Die Kreditaufnahme wird nicht erleichtert, sondern eher erschwert.

3.

Erstunterzeichner des Kreditvertrages sollte die Person mit dem besten Einkommen sein, der Hauptverdiener also. Antragsteller mit Einkünften aus Nebentätigkeiten, Zeitarbeit, befristetem Beschäftigungsverhältnis oder aus einem Probearbeitsverhältnis sollten Zweitunterzeichner sein.

Gemeinsame Kreditaufnahme: Nachteile für Kreditnehmer

Der Vorteil der Bank beim Kredit für zwei Personen ist der Nachteil der Kreditnehmer. Die Bank hat sofortigen Zugriff auf beide Einkommen und Vermögen.

Der zweite Kreditnehmer haftet also genauso wie der Erstunterzeichner für alle Verbindlichkeiten aus dem Kreditvertrag, selbst wenn nur der Erstunterzeichner von der Kreditvergabe profitiert.

In diesem Zusammenhang gibt es ein interessantes allerdings etwas älteres Urteil des Oberlandesgerichts Bamberg vom 31.3.2003 (Az: 4 U 204/02). Das Urteil wurde mitgeteilt von der Kanzlei Kotz.


Das Gericht hat in der Mitunterzeichnung eines Kreditvertrages nur einen Schuldbeitritt gesehen, der nach Auffassung des Gerichts wegen deutlicher finanzieller Überforderung sittenwidrig und nichtig nach Paragraf 138 Abs. 1 BGB ist.


In dem Fall hatte die mitunterzeichnende Ehefrau erkennbar weder die finanziellen Mittel für den Kreditabschluss noch ein eigenes Interesse daran. Die Ehefrau war nicht einmal in der Lage, die Kreditzinsen aus dem pfändbaren Teil ihres Einkommens zu bezahlen.


Der erstunterzeichnende Ehemann hatte den Kreditbetrag ausschließlich für eigene Zwecke verwendet und seine Frau zur Mitunterzeichnung gedrängt.

Bei der Mitunterzeichnung müssen beide Partner ihre wirtschaftlichen Verhältnisse offenlegen und gegebenenfalls stille Gehaltsabtretungen unterzeichnen.

Zudem ist die Bonität beider Unterzeichner vorbelastet, wenn zukünftig weitere Darlehen beantragt werden.

Kommt der Kreditvertrag zustande, wird er in die Dateien der Wirtschaftsauskunfteien (SCHUFA) beider Kreditnehmer eingetragen.


Erhält ein Mitunterzeichner allein grundsätzlich keinen Kredit, weil beispielsweise negative SCHUFA Einträge vorliegen oder seine Bonität aus anderen Gründen nicht ausreicht, macht seine Unterschrift sowieso keinen Sinn.

Sie ist schlichtweg überflüssig.

Denn sie beeinflusst die Konditionen des benötigten Kredits negativ oder der Kredit wird überhaupt nicht vergeben.

Zweiter Kreditnehmer oder Bürge? Der Unterschied

Ein Bürge wird nicht Vertragspartner des Kreditvertrages mit allen Rechten und Pflichten.

Er schließt mit der Bank einen gesonderten Vertrag, den Bürgschaftsvertrag, ab. Darin verpflichtet sich der Bürge, für die Verbindlichkeiten aus dem Kreditvertrag einzustehen.

Der Bürge haftet der Bank gegenüber also dafür, dass der Kreditnehmer als Hauptschuldner die Verbindlichkeiten aus dem Kreditvertrag erfüllt.


Die Bürgschaft ist akzessorisch. Das bedeutet, die Verpflichtungen des Bürgen sind vom jeweiligen Bestand der Verbindlichkeiten aus dem Kreditvertrag abhängig.

Soweit der Kreditnehmer als Hauptschuldner den Kreditvertrag nicht erfüllt, kann sich die Bank an den Bürgen wenden.

Der Bürge haftet dann in demselben Umfang, in dem der Kreditnehmer zur Erfüllung der Forderung verpflichtet wäre.


Wird der Kredit ordnungsgemäß bedient und abgewickelt, kann der Bürge nicht in Anspruch genommen werden.

Andererseits muss der Bürge auch für Kosten einstehen, die durch Verzug und Verschulden des Kreditnehmers entstanden sind.

Ist der Bürge eine Privatperson, kann sie nach dem Gesetz die Befriedigung des Gläubigers (des Kreditinstituts) verweigern, solange eine Zwangsvollstreckung nicht erfolglos versucht wurde.


Diese Einrede der Vorausklage nach § 768 BGB schließen Banken im Rahmen einer Kreditvergabe an Privatpersonen grundsätzlich aus. Vereinbart wird eine sogenannte selbstschuldnerische Bürgschaft.

Wird eine selbstschuldnerische Bürgschaft (§ 773 BGB) vereinbart, kann der Bürge sofort in Anspruch genommen werden, wenn der Hauptschuldner (Kreditnehmer) seinen Zahlungsverpflichtungen nicht vertragsgemäß nachkommt.


Bürgschaften spielen heutzutage nicht mehr die ganz große Rolle. Meistens wird ein gemeinsamer Kreditvertrag abgeschlossen.

Ein Kreditvertrag mit einem zweiten Kreditnehmer erfüllt die Interessen der Bank besser als eine Bürgschaft.

Aber es gibt Ausnahmen.

Bürgschaften werden manchmal bevorzugt, wenn der Eintritt eines zweiten Kreditnehmers in den Kreditvertrag unpraktisch ist und das Sicherungsbedürfnis der Bank mit einer selbstschuldnerischen Bürgschaft ausreichend dargestellt werden kann. Beispiele:

1.

Die Bonität reicht für den gewünschten Kreditvertrag nicht aus. Um den Kreditabschluss dennoch zu ermöglichen, wird die Bürgschaft eines guten Freundes oder eines entfernten Verwandten angeboten.

2.

Der nicht verheiratete Antragsteller lebt mit einem Partner zusammen. Der gewünschte Kredit wird wegen nicht ganz ausreichender Bonität nur vergeben, wenn eine zweite Unterschrift geleistet wird. Der Partner möchte nicht direkter Vertragspartner werden. Zu einer Bürgschaft ist er aber bereit.

3.

Der Antragsteller ist arbeitslos, möchte dennoch allein einen Kredit aufnehmen. Die meisten Kreditinstitute lassen sich darauf nicht ein. Wenige vergeben aber dennoch ein Darlehen, wenn ein solventer Bürge gestellt wird.

Wer bürgt, geht ein erhebliches Risiko ein.

Kommt der Kreditnehmer als Hauptschuldner seinen Verpflichtungen nicht nach, muss der Bürge bei einer selbstschuldnerischen Bürgschaft sofort zahlen.

Andererseits hat der Bürge keine Rechte aus dem Kreditvertrag. Beispielsweise kann er mit der Bank keine Vereinbarungen wie Ratenaussetzungen treffen, um eine Kreditkündigung abzuwenden.

Oft wird der Bürge noch nicht einmal wissen, dass der Kreditvertrag nicht ordnungsgemäß bedient wurde und deshalb eine Inanspruchnahme aus der Bürgschaft droht.

Soweit der Bürge Zahlungen an die Bank geleistet hat, steht ihm ein Anspruch gegen den Kreditnehmer zu. Natürlich können auch hier andere Regelungen im Verhältnis zwischen Bürgen und Kreditnehmer vereinbart werden.

Mit oder ohne Vereinbarung, wenn es der Bank schon nicht gelingt, die Ansprüche gegen den Kreditnehmer ohne große Probleme durchzusetzen, wird es der Bürge noch viel schwerer haben.

Schließlich: Die Bürgschaft ist ein Geschäftsvorgang, der in die SCHUFA eingetragen wird und die Bonität des Bürgen beeinflussen kann.

Kredit ohne SCHUFA mit zweitem Kreditnehmer?

Schufafreie Kleinkredite über 3.000 Euro, 5.000 Euro oder 7500 Euro werden grundsätzlich immer nur an eine Person vergeben. Ein zweiter Kreditnehmer ist nicht möglich.

Neben einer andauernden abhängigen Beschäftigung und dem Erfordernis der Volljährigkeit ist ein ausreichendes gesichertes Einkommen Voraussetzung. Vorbelastungen müssen angegeben werden.

Kredite ohne SCHUFA können direkt bei der Sigma Bank oder über Kreditvermittler beantragt werden. Auch bei Kreditvermittlern ist eine Vergabe an zwei Personen grundsätzlich ausgeschlossen.