Personalkredit einfach erklärt: Formen und Anwendungsfälle

Was ist ein Personalkredit? Diese Kreditart ist einfach zu definieren. Ein Personalkredit ist ein Darlehen, für dessen Gewährung die Bonität oder Kreditwürdigkeit, bei Unternehmen das Rating, des Kreditnehmers die Grundlage bildet.

Herkömmliche Ratenkredite zur privaten Verwendung sind in der Regel Personalkredite, wobei grundsätzlich eine stille Lohnabtretung als Sicherheit dient.

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Es gibt verschiedene Varianten wie verstärkter Personalkredit oder einfacher Personalkredit. Sie werden nach der Art der für nötig befundenen zusätzlichen Besicherung unterschieden.

Einfacher Personalkredit oder Blankokredit

Es handelt sich um einen ungesicherten Bankkredit, der allein im Vertrauen auf die Bonität des Bankkunden vergeben wird. Zusätzliche Sicherheiten des Kreditnehmers selbst oder dritter Personen sind nicht erforderlich.

Die Bank muss davon überzeugt sein, dass ihr Kunde das Darlehen ordnungsgemäß bedienen wird. Dazu ist es natürlich erforderlich, dass das Kreditinstitut ihren Kunden und dessen wirtschaftliche Möglichkeiten genau kennt.

Ein größerer Blankokredit wird deshalb im Normalfall nur an langjährige Kunden ausgegeben. Außerdem benötigt die Bank eine Reihe von Informationen.

Bei Privatkunden sind dies Angaben über das regelmäßige Einkommen und gegebenenfalls über das Vermögen. Anhaltspunkte bieten die monatlichen Geldeingänge auf dem Girokonto.

Zudem muss die Bank von der Kapitaldienstfähigkeit des Kreditnehmers überzeugt sein. Die Einkommenssituation muss nachhaltig sein, sodass auch in Zukunft genügend Geldmittel zur Verfügung stehen, um den gewährten Kredit vertragsgemäß zu bedienen.

Geschäftskunden werden die Handelsbilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnungen vorlegen müssen, zusätzlich auch Zwischenbilanzen auf den Zeitpunkt des Kreditantrags, Finanzpläne, Investitionspläne sowie Angaben zur Auftragslage und Umsatzentwicklung.

Blankokredit: Vor- und Nachteile.

1.

Sicherheiten müssen nicht gestellt werden. Lohnabtretungen oder die Sicherungsübereignung von Forderungen bzw. Sachen sind nicht erforderlich. Das ist der bedeutendste Vorteil.

2.

Blankokredite sind sehr oft kurzfristig und/oder werden in Form eines Abrufkredits vergeben. Sie sind flexibel und können unter den vereinbarten Rahmenbedingungen jederzeit ganz oder teilweise zurückgeführt werden.

3.

Auf der anderen Seite werden in aller Regel Zinsaufschläge verlangt, um das tendenziell höhere Kreditausfallrisiko abzudecken.

Blankokredite bilden natürlich die Ausnahme und sind der Höhe nach begrenzt. Banken lassen sich ihr Vertrauen häufig mit einem gegenüber besicherten Darlehen höheren Zinssatz bezahlen.

Hier zwei Beispiele für einfache Personalkredite:

Kontokorrentkredite wie Dispositionskredite und geduldete Überziehungen sind Blankokredite. Auch kleinere Anschaffungsdarlehen oder Urlaubskredite werden manchmal an gute Kunden ohne Sicherheiten vergeben.

Lieferantenkredite können ebenfalls einfache Personalkredite sein. Ein Lieferantenkredit, auch Warenkredit oder Handelskredit genannt, ist ein kurzfristiges Darlehen eines Lieferanten an einen Kunden.

Der Kunde erhält ein Zahlungsziel zur Begleichung einer Rechnung. Zahlt der Kunde früher, kann er ein vereinbartes Skonto abziehen.

Lieferantenkredite werden häufig gegen Eigentumsvorbehalt an den gelieferten Waren gewährt. Dann handelt es sich um verstärkte Personalkredite.

Verstärkter Personalkredit

Beim verstärkten Personalkredit reicht die Bonität des Kreditnehmers zur Herausgabe des Darlehens in der gewünschten Höhe allein nicht aus.

Die Bank benötigt zusätzliche Sicherheiten, die der Kreditnehmer aber selbst erbringen kann.

Als Sicherheiten kommen zum Beispiel die Übereignung des Fahrzeugbriefes bei Autokrediten oder die Abtretung von Gehaltsansprüchen infrage.

Die meisten Konsumentenkredite wie beispielsweise Darlehen zur Fahrzeugfinanzierung sind verstärkte Personalkredite.

Zweckgebundene Autokredite zum Beispiel werden in der Regel zweifach „verstärkt“ bzw. besichert:

Kreditnehmer müssen die Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief) an die Bank aushändigen und zusätzlich wird der pfändbare Teil des Gehalts an das Kreditinstitut abgetreten.

Diese doppelte Besicherung ermöglicht günstigere Zinssätze.

Gedeckter Personalkredit

Der gedeckte Personalkredit ist eine besondere Form des verstärkten Personalkredits.

Hier reichen allein vom Kreditnehmer erbrachte Sicherheiten zur Darlehensgewährung nicht aus. Vielmehr benötigt die Bank zusätzliche persönliche Sicherheiten dritter Personen.

Die dritte Person, die die Sicherheit stellt, kann selbst Vertragspartner werden. Häufig sind auch Bürgschaftsverträge oder Garantieverträge mit dritten Personen.

Üblich sind Solidarbürgschaften oder selbstschuldnerische Bürgschaften.

Bei diesen Bürgschaftsformen hat der Kreditgeber die Wahl. Er muss nicht zuerst den Hauptschuldner in Anspruch nehmen, sondern kann sich direkt und unmittelbar an den Bürgen wenden.

Dieses Wahlrechts steht der Bank beim Garantievertrag nicht zu. Hier muss der Kreditgeber zunächst versuchen, die Forderung beim Hauptschuldner zu realisieren.

In der Praxis werden überwiegend selbstschuldnerische Bürgschaften vereinbart.

Häufig reicht nicht einmal das, sondern die sicherheitsgebende Person muss Vertragspartner des Darlehensvertrages werden.

Einfacher & verstärkter Personalkredit: Unterschiede

Beim einfachen Personalkredit ist allein die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers die Grundlage für die Darlehensvergabe. Andere Sicherheiten müssen nicht erbracht werden.

Die Bank vertraut darauf, dass der Kreditkunde seinen Verpflichtungen nachkommen wird und sie andernfalls Ansprüche ohne Sicherheiten durchsetzen kann.

Für den gedeckten Personalkredit reicht die Kreditwürdigkeit allein nicht aus. Erforderlich sind zusätzliche Sicherheiten wie Lohnabtretungen oder Sicherungsübereignungen von Kraftfahrzeugen oder Wertpapierbeständen.

Da die Bank durch solche Sicherheiten besser gegen das Ausfallrisiko abgesichert ist, sind die Zinsen in der Regel günstiger als beim einfachen Personalkredit.

Doppelte Absicherungen wie beispielsweise eine Lohnabtretung zusammen mit der Sicherungsübereignung eines Kraftfahrzeugs führen in der Regel zu Zinsvorteilen gegenüber Personalkrediten mit nur einer Absicherung.

Bei einem gedeckten Personalkredit als Sonderform des verstärkten Personalkredits reichen Sicherheiten, die der Kreditnehmer selbst erbringen kann, zur Kreditvergabe nicht aus. Erforderlich sind Sicherheiten einer zweiten Person zum Beispiel in Form einer Bürgschaft oder eines Eintritts in den Kreditvertrag als Kreditnehmer.

Beispiel: Arbeitslose Personen erhalten allein niemals einen Kredit. Das Arbeitslosengeld wird von Banken nicht als Einkommen anerkannt. Erforderlich ist immer ein zweiter Kreditnehmer mit einem regelmäßigen Einkommen oder ein Bürge.

In der Praxis vermischen sich die verschiedenen Personalkredit-Varianten. Gerade Direktbanken entscheiden, welche Sicherheiten sie akzeptieren und welche nicht.

Viele Direktbanken akzeptieren für die Vergabe von Ratenkrediten zur freien Verwendung nur Lohnabtretungen. Ab einem bestimmten Kreditbetrag, oft sind es 10.000 €, wird aber erwartet, dass der Lebenspartner, soweit vorhanden, mitunterzeichnet.

Bei zwei verdienenden Kreditnehmern werden oft zusätzliche Zinsvorteile gewährt. Schließlich bedeuten zwei Kreditnehmer auch zwei Lohnabtretungen.

Gesicherter Personalkredit

Unter einem gesicherten Personalkredit wird häufig ein Darlehen verstanden, bei dem das Eigenheim des Kreditnehmers als Sicherheit dient. Man spricht auch von einem Eigenheimbesitzerdarlehen.

Diese Kreditform ähnelt einer Baufinanzierung oder einem Realkredit. Die Rückführung des Darlehens ist aber flexibler geregelt.

Mit einem Eigenheimbesitzerdarlehen geht die Bank praktisch kein Risiko ein. Wird der Kredit notleidend, kann die Bank ihre Forderungen aus der Immobilie befriedigen. Deshalb sind die Kreditkonditionen günstig.

Eigenheimbesitzerdarlehen sind in der Regel Kredite über größere Beträge mit langen Laufzeiten bis zu 25 Jahren. Die Rückzahlung ist flexibel geregelt und nicht an feste Konditionen gebunden.

Möglich sind jederzeitige Sonderzahlungen oder eine Erhöhung der monatlichen Raten. Durch eine schnellere Rückzahlung des Darlehens können die Gesamtkosten eines Kredits verringert werden.

Eigenheimbesitzerdarlehen oder gesicherte Personalkredite eignen sich für die Finanzierung von Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen. Außerdem können teure kleinere Kredite in ein Darlehen mit längerer Laufzeit und günstigeren Zinssätzen umfinanziert werden.

Personalkredit & Realkredit: Unterschiede

Der Personalkredit ist auf eine Person bezogen. Im Vordergrund stehen die wirtschaftliche und die persönliche Kreditwürdigkeit:

Das Einkommen des Kreditnehmers bzw. das frei verfügbare Einkommen und Scorewerte, die Aussagen zur Zuverlässigkeit ermöglichen.

Verlangte Sicherheiten sind ebenfalls überwiegend personalbezogen, wie zum Beispiel Lohnabtretungen oder Bürgschaften.

Von den Personalkrediten werden Realkredite und Sachkredite unterschieden. Bei Realkrediten bildet der Wert einer Immobilie die entscheidende Grundlage (Grundschuld, Hypothek) für die Kreditvergabe.

Sachkredite werden durch den Wert von Mobilien abgesichert.

Das können Handelswaren, Edelmetalle oder Kunstwerke sein. Auch Forderungen aus Lebensversicherungen oder Wertpapiere kommen infrage.

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