Jeder kennt den Begriff Ratenkredit. Und die meisten Bundesbürger haben so ein Darlehen bestimmt schon aufgenommen und zurückgezahlt. Aber was ist ein Ratenkredit eigentlich? Handelt es sich um eine bestimmte Kreditart und gibt es eine feststehende Definition?

Die Finanzwissenschaft kennt diesen Begriff genau genommen nicht. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden verschiedene Kreditvarianten als Ratenkredite bezeichnet.

Ratenkredite werden immer von Banken ausgegeben. Aber sie werden neben Banken noch von ganz unterschiedlichen Finanzdienstleistern angeboten.

Besonders online gibt es verschiedene Möglichkeiten, einen günstigen Ratenkredit abzuschließen.

Sie können direkt auf die Webseite der Direktbank gehen, einen Kreditvermittler beauftragen und ein Portal einschalten, welches Kredite von privat an privat vermittelt (P2P Kredite).

Oder Sie können sich an ein Kreditvergleichsportal wenden.


Smava (Kreditvergleich)

Check24 (Kreditvergleich)

Finanzcheck.de (Kreditvergleich)

Verivox

Creditolo (Kreditvermittler ohne Vorkosten)

Auxmoney (Kreditmarktplatz für Kredite von privat)

Vergleichsangebote einholen

Der effektivste Weg, einen wirklich günstigen Ratenkredit abzuschließen, ist eine Kreditanfrage bei einem Kreditvergleich.


Starten Sie Ihre Kreditanfrage mit diesem Kurzrechner von smava.

Mit einer Anfrage erhalten Sie in Sekundenschnelle individuelle Kreditangebote.

Nehmen Sie alle eingehenden Angebote genau unter die Lupe und beachten Sie dabei nicht nur die effektiven Jahreszinssätze, sondern ebenso die für die Rückzahlungsphase geltenden Kreditbedingungen wie kostenlose Sondertilgungen und Ratenaussetzungen.

Ratenkredit: Definition

Ratenkredite werden als Einmalbetrag ausgezahlt und innerhalb einer vorher vereinbarten Laufzeit in Teilbeträgen zurückgeführt.

Damit sind die wesentlichen Merkmale von Ratenkrediten beschrieben.

Banken bezeichnen Ratenkredite manchmal auch als Tilgungsdarlehen und unterscheiden zwei Varianten:

Tilgungsdarlehen im engeren Sinn

Diese Kreditform wird manchmal auch als Abzahlungsdarlehen oder auch nur einfach Ratenkredit bezeichnet.

Die Monatsrate setzt sich aus einer Tilgungsrate und einer Zinsrate zusammen. Die Höhe der Tilgungsrate wird im Vertrag fest vereinbart.

Sie bleibt während der gesamten Laufzeit stabil.

Die unveränderliche Tilgungsrate bewirkt, dass sich die Restschuld des Kredits mit jeder Monatsrate kontinuierlich verringert.

Die Folge: die Zinszahlungen verringern sich ebenfalls.

Da die Tilgungsrate konstant bleibt, bedeuten geringere Zinszahlungen gleichzeitig, dass die Monatsrate kontinuierlich fällt.

Abzahlungsdarlehen werden von Banken eher selten vergeben. Private Verbraucher denken an diese Variante meist überhaupt nicht, wenn von einem Ratenkredit die Rede ist.

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden Ratenkredite mit einer anderen Kreditart in Verbindung gebracht.

Annuitätendarlehen

Bei einem Annuitätendarlehen setzt sich jede Rückzahlungsrate (Monatsrate) auch aus einem Zinsanteil und einem Tilgungsanteil zusammen.

Die Rückzahlungsraten bleiben aber während der gesamten Laufzeit des Kredits immer gleich. Das funktioniert nicht, wenn eine über die gesamte Laufzeit feste Tilgungsrate vereinbart wird.

Vielmehr ändert sich die Zusammensetzung der Monatsrate ständig. Während der Zinsanteil im Laufe der Zeit sinkt, steigt der Tilgungsanteil.

Diese Konstruktion führt zu einer sogenannten konstanten Annuität.

Die Annuität ist der jährliche Betrag, mit dem der Kreditbetrag zuzüglich der Zinsen während einer bestimmten Kreditlaufzeit getilgt wird.

Die Höhe des jährlichen Betrages ist dabei abhängig von der Laufzeit und dem vereinbarten Zinssatz.

Die meisten Immobilienkredite werden als Annuitätendarlehen ausgegeben. Gleiches gilt für Ratenkredite, die zur privaten Verwendung oder zur geschäftlichen Verwendung aufgenommen werden.

Geschäftlich verwendete Ratenkredite dienen häufig zur Finanzierung von Investitionen (Anlagevermögen).

An privat vergebene Ratenkredite dienen der Finanzierung von Konsumgütern oder anderen Konsumausgaben.

Deswegen werden sie häufig als Konsumentenkredite, Konsumkredite, Verbraucherkredite oder Teilzahlungsdarlehen bezeichnet.

Ratenkredite an Privatpersonen sind Verbraucherdarlehen im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches (§§ 491 ff) und unterliegen damit diesen verbraucherrechtlichen Schutzvorschriften.

Die Verträge bedürfen der Schriftform und müssen einen Mindestinhalt haben. Dazu gehört die Angabe des Nettodarlehensbetrages, des Nominalzinssatzes und des effektiven Jahreszinssatzes. Auch andere Kosten sind offenzulegen.

Weiterhin muss in der Werbung für ein Verbraucherdarlehen ein repräsentatives Beispiel zur besseren Vergleichbarkeit verschiedene Angebote angegeben werden, sofern die Zinssätze bonitätsabhängig angeboten werden (§ 6a PAngV).

Der Gesetzgeber hat für Verbraucherdarlehen die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung begrenzt. Sie beträgt ein 1 % der Sonderzahlung und 0,5 %, wenn die Restlaufzeit ein Jahr oder kürzer ist.

Kreditnehmern steht ein 14-tägiges Widerrufsrecht zu, auf das sie rechtswirksam hingewiesen werden müssen.

Seit einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 13. Mai 2014 dürfen Banken keine separaten Bearbeitungsgebühren mehr erheben, sofern diese nicht individuell frei vereinbart werden.

In der Praxis bedeutet dies für Kreditnehmer, dass Bearbeitungsgebühren nicht mehr erhoben werden.

Beispiele für Tilgungspläne

Der Kreditbetrag soll 5.000 Euro betragen. Vereinbart werden eine Laufzeit von 36 Monaten und ein Zinssatz in Höhe von 5 % effektiv. Die Raten werden monatlich erhoben.

Die Tilgungspläne wurden mit dem Kreditrechner von Zinsen-berechnen.de erstellt.

Der Tilgungsplan für ein Annuitätendarlehen mit konstanter Annuität:

Annuitätdendarlehen-Tilgungsplan Screenshot

Tilgungsplan für ein Annuitätendarlehen

Die jährlichen Ratenzahlungen (Annuität) bleiben immer gleich. Während der Zinsanteil in den Raten stetig abnimmt, erhöht sich die Tilgung entsprechend.

Der Tilgungsplan für ein Tilgungsdarlehen mit gleich bleibenden Tilgungsraten:

Tilgungsdarlehen-Tilgungsplan Screenshot

Tilgungsplan für ein Tilgungsdarlehen

Der für die Tilgung aufgewendete Betrag bleibt immer gleich, während sich Zinsanteil und Monatsraten mit zunehmender Laufzeit verändern.

Ratenkredit: übliche Merkmale

Aus der Sicht der Banken sind Ratenkredite Massengeschäfte, die in einem standardisierten Verfahren abgewickelt werden.

Ratenkreditangebote wird durch bestimmte, allgemeine Produktmerkmale bezeichnet. Beispielsweise enthält die Produktbeschreibung eine bestimmte Zinsspanne, innerhalb der ein konkretes Zinsangebot abgegeben wird.

Das Angebot ist angepasst an die Zielgruppe und an den häufigsten Verwendungszweck – die Finanzierung von Konsumausgaben.

Das bedeutet:

  • Üblich sind Kreditbeträge zwischen 1.000 Euro und 75.000 Euro.
  • Die Laufzeiten bewegen sich zwischen zwölf Monaten und 92 Monaten.
  • Als Sicherheit dienen eine stille Gehaltsabtretung und/oder die Unterzeichnung durch einen weiteren Kreditnehmer.
  • Ratenkredite für private Haushalte sind grundsätzlich frei verfügbar.

Von der freien Verfügbarkeit gibt es zwei Ausnahmen: besonders günstige zweckgebundene Wohnkredite und zweckgebundene Autofinanzierungen.

Voraussetzung für die Vergabe von Krediten ohne Grundschuld zur Finanzierung von Modernisierungen, Renovierungen, Umbauten und Ausbauten sind in der Regel Nachweise der zweckgebundenen Verwendung.

Voraussetzung für die Vergabe von zweckgebundenen Autokrediten ist die Sicherungsübereignung des finanzierten Kraftfahrzeugs und bei vielen Banken außerdem die Aushändigung der Zulassungsbescheinigung Teil II.

Die Sicherungsübereignung setzt die Bank in den Stand, das Fahrzeug zu verwerten, wenn gravierende Zahlungsstörungen auftreten. Sonst darf die Bank über das Fahrzeug aber nicht verfügen.

Der Kreditnehmer kann während der Laufzeit des Kredits das Fahrzeug nicht ohne Einwilligung der Bank veräußern. Die Einwilligung der Bank wird regelmäßig von der Ablösung des Restkredits abhängig gemacht.

Voraussetzungen und Risiken

Kreditnehmer müssen volljährig sein und eine Bankverbindung sowie den Wohnort in Deutschland haben. Erforderlich sind zudem regelmäßige Einkünfte, die nicht aus Sozialleistungen stammen.

Theoretisch können neben Arbeitnehmern und Beamten Studenten, Schüler, Selbstständige und Bezieher von Eltern Geld bzw. Krankengeld Kredite erhalten, sofern Sie über regelmäßiges Einkommen in einer Höhe verfügen, die die Rückführung des Kredits zu erwarten lässt.

Banken, vor allem Direktbanken, schränken aber den Kundenkreis für die standardisierten Ratenkredite meistens ein. Hauptsächlich werden Kredite an Arbeitnehmer und Beamte in Dauerstellung vergeben.

Einige Banken akzeptieren Selbstständige ebenfalls als Kunden. Sehr selten richtet sich das Angebot zusätzlich an Personen, die Elterngeld, Krankengeld oder Ausbildungsvergütungen beziehen.

Banken sind verpflichtet, das Kreditausfallrisiko einzuschränken, indem sie die Bonität der Antragsteller prüfen.

Dies geschieht durch Auskünfte bei Wirtschaftsauskunfteien wie die SCHUFA und die Einholung von Informationen über die dort ermittelten Scorewerte.

Zudem findet eine Prüfung der wirtschaftlichen Kreditwürdigkeit anhand der Daten über Einkommen, Vermögen und Ausgaben statt, die Antragsteller im Rahmen der Kreditanfrage an die Bank weitergeben.

Alle zur Verfügung gestellten Informationen werden anhand spezieller Vergaberichtlinien eingeordnet und zu einem bankinternen Score zusammengefasst.

Ist für Banken das Kreditausfallrisiko ein wesentlicher Punkt, müssen Kreditnehmer darauf achten, durch die Kreditaufnahme nicht in finanzielle Engpässe, schlimmstenfalls in die Schuldenfalle zu geraten.

Kommt es bei Krediten zu ernsthaften Leistungsstörungen, drohen nicht nur Zwangsvollstreckungsmaßnahmen der Bank.

Banken übermitteln Informationen darüber auch an die Wirtschaftsauskunfteien, mit denen die Kreditinstitute zusammenarbeiten.

Negative Eintragungen bei der SCHUFA und bei anderen Wirtschaftsauskunfteien haben Folgen für alle Geschäfte in der Zukunft.

Sie werden erschwert, können nur zu ungünstigeren Bedingungen abgeschlossen werden oder werden ganz unmöglich.

Das gilt nicht nur für zukünftige Kredite.

Auch die Einrichtung von Girokonten, Verträge mit Telekommunikationsunternehmen, Mietverträge oder Abzahlungskäufe so wie jeder andere entgeltliche Vertrag, der nicht sofort bar erfüllt wird, können betroffen werden.

Um dies zu vermeiden, sollte unabhängig von der Bonitätsermittlung in der Bank vor jeder Kreditaufnahme eine Haushaltsrechnung durchgeführt werden.

Mit einer Haushaltsrechnung werden alle berücksichtigungsfähigen Einkünfte allen Ausgaben gegenübergestellt. Die Differenz aus Einnahmen und Ausgaben ist das frei verfügbare Einkommen.

Im Internet gibt es Tools, mit denen eine Haushaltsrechnung kein Problem ist.

Das frei verfügbare Einkommen ist der maximale Betrag, der für die monatliche Kreditrate zur Verfügung steht.

Um eine realistische Rate zu schätzen, sollten Kreditnehmer zusätzlich einen Sicherheitsabschlag beispielsweise von 30 % einplanen.

Angenommen, dass frei verfügbare Einkommen beträgt 500 Euro. Nach einem Sicherheitsabschlag von 150 Euro verbleiben für die monatliche Rate 350 Euro.

Gegenwärtig liegen die Durchschnittszinsen für Konsumentenkredite an private Haushalte mit Laufzeiten bis zu fünf Jahren bei zirka 4,5 % effektiv.

Je nach Laufzeit können Sie sich unter diesen Vorgaben folgende Kreditbeträge leisten:

Laufzeit

Kreditbetrag

Gesamtkosten

36 Monate

12.000 €

818 €

48 Monate

15.000 €

1.424 €

60 Monate

19.000 €

2.185 €

Vereinbaren Sie Laufzeiten über 60 Monate, müssen Sie mit höheren Zinssätzen rechnen. Viele Banken staffeln die Zinssätze nicht nur nach Kreditbetrag, sondern auch nach Laufzeit.

Die Bundesbank geht gegenwärtig bei Konsumentenkrediten mit einer Laufzeit von über fünf Jahren von effektiven Jahreszinssätzen in Höhe von zirka 6,5 % aus.

Empfehlungen zum Ratenkredit

Die wichtigste Empfehlung lautet: Schließen Sie Kreditverträge niemals überstürzt ab und lassen Sie sich niemals von Banken oder anderen Finanzdienstleistern zu einem Abschluss drängen.

Nehmen Sie alle Vertragsbedingungen genau unter die Lupe und vergleichen Sie immer mehrere Angebote.

Entscheidendes Vergleichskriterium ist der effektive Jahreszinssatz. Daneben sind die Konditionen während der Rückführungsphase wichtig.

Achten Sie auf möglichst großzügige Regelungen zu kostenlosen Sondertilgungen. Dieser Punkt ist besonders wichtig, wenn Sie lange Laufzeiten vereinbaren oder einen zweckgebundenen Autokredit abschließen.

Kostenlose Sondertilgungen machen es einfacher, einen Kredit ganz oder teilweise abzulösen, sofern Sie wirtschaftlich dazu in der Lage sind.

Kommen Sie während der Laufzeit eines Darlehens zu Geld, bietet sich unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten meistens an, den Betrag zur vorzeitigen Tilgung eines Darlehens zu verwenden.

Sparzinsen sind immer niedriger als Kreditzinsen. Einfaches Sparen anstelle einer Kreditablösung lohnt sich wirtschaftlich betrachtet niemals.

Anders kann es aussehen, wenn Sie Geld in Anlagen mit hoher Rendite angelegt haben oder anlegen können. Ist die Rendite oder die erwartete Rendite einer Geldanlage höher als der vereinbarte effektive Kreditzins lohnt sich eine Kreditablösung nicht.

Wählen Sie die Laufzeit eines Darlehens so kurz wie möglich, ohne durch die geschuldete monatliche Rate in finanzielle Engpässe zu geraten.

Kurze Laufzeiten bedeuten hohe monatliche Raten aber niedrige Gesamtkosten. Bei langen Laufzeiten ist es umgekehrt. Die Raten sind niedrig aber die Gesamtkosten steigen.