Wie oft kann man einen Kredit aufstocken? Tipps zur Krediterhöhung

Wie oft kann man einen Kredit aufstocken? Wer diese Frage in eine Suchmaschine eingibt, findet viele Ergebnisse, die sich ausführlich mit dem Thema Kreditaufstockung auseinandersetzen.

Allerdings wird er nach einer konkreten Beantwortung seiner Frage vergeblich suchen. Der Grund liegt auf der Hand.

Kein Ratgeber weiß, inwieweit eine konkrete Bank ihren Kreditkunden bei mehrfachen Krediterhöhungen im Einzelfall entgegenkommt.

Und allgemeine Regeln, nach denen Banken Kreditaufstockungen gewähren, gibt es nicht.

Deshalb weiß auch der Verfasser dieses Artikels nicht, wie oft Ihre Bank die Aufstockung des laufenden Darlehens mitmacht, Bonität vorausgesetzt.

Informationen und Empfehlungen zur Krediterhöhung und Vorschläge, wie häufig Kreditaufstockungen sinnvoll sind, die können wir zur Verfügung stellen.

Ab wann kann man einen Kredit aufstocken?

Banken mögen die Anzahl möglicher Kreditaufstockungen relativ locker handhaben. Aber bei einer Frage gibt es strenge Regeln: Wie lange muss ein Kredit laufen, bevor eine Kreditaufstockung genehmigt wird?

Die meisten Banken verlangen eine Wartezeit von 5 bis 6 Monaten.

Die ING DiBa, ein Marktführer unter den Direktbanken, sieht eine Wartezeit von sechs Monaten ab Genehmigung des ursprünglichen Kredites vor.

Im Einzelfall kann es Ausnahmen geben, etwa wenn der Kreditkunde seit langem mit der Bank zusammenarbeitet und ein Vertrauensverhältnis aufgebaut werden konnte.

Oder der Kunde kann darlegen, dass der zusätzliche Finanzierungsbedarf durch einen echten Notfall verursacht worden ist.

Der Grund für die relativ strikte Handhabung ist einfach. Es geht um die Frage der Zuverlässigkeit des Kreditkunden.

Banken unterstellen, dass Kreditkunden ihre Finanzen nicht sonderlich gut im Griff haben, wenn kurze Zeit nach einer Kreditaufnahme mehr Geld beantragt wird. Für Banken bedeutet dies ein erhöhtes Kreditausfallrisiko.

Anders sieht es aus, wenn ein Darlehen ein halbes Jahr ordnungsgemäß bedient wurde. Die vertragsgemäße und pünktliche Begleichung geschuldeter Kreditraten ist eine vertrauensbildende Maßnahme gegenüber der Bank.

Banken rechnen in diesen Fällen nicht mit Kreditausfällen und sind zur Kreditaufstockung oder zur Vergabe eines weiteren Kredites eher bereit.

Wie oft sollte man einen Kredit aufstocken?

Aus Sicht des Kreditnehmers sollte mit Kreditaufstockungen oder mit der Vereinbarung von Zweitkrediten eher vorsichtig umgegangen werden.

Besser ist es, Anschaffungen zeitlich zu strecken, bis genügend Eigenkapital zur Verfügung steht oder der Kredit abgezahlt wurde.

Wer ständig Kreditbeträge erhöht, engt seinen finanziellen Handlungsspielraum ein und gerät manchmal sogar in die Gefahr der Überschuldung.

Die Bank wird ebenfalls nicht begeistert sein, wenn ein Kreditkunde durch fortlaufende Kreditaufstockungen am Limit seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit operiert und die Schulden mit der Zeit immer größer werden.

Kreditaufstockungen und Zweitkredite sollten die Ausnahme bleiben und nicht zur Regel werden. Sinnvoll ist eine Beschränkung auf Notfälle, wenn der Finanzierungsbedarf nicht anders dargestellt werden kann.

Ausgangssituationen für eine Kreditaufstockung

Der Fernseher gibt den Geist auf, ein Elektroherd fällt aus oder das für den Weg zur Arbeit benötigte Auto hat Totalschaden. Dies sind unvorhergesehene Aufwendungen. Und die Ersatzbeschaffung beispielsweise für das Auto ist notwendig und dringend.

Ein längerer Urlaub wird geplant, der Kauf eines teuren Notebooks ist ein lang ersehnter Wunsch oder statt eines Volkswagens möchte man eigentlich lieber einen Mercedes fahren. Solche Dinge sind schön, aber zum Leben nicht unbedingt nötig.

In beiden Fällen ist eine weitere Verschuldung neben bestehender Kredite nicht optimal. Besser ist es, Ersatzbeschaffungen oder Wünsche mit Eigenmitteln zu finanzieren.

Wer lang gehegte Wünsche nur mithilfe einer zusätzlichen Kreditaufnahme realisieren kann, sollte vielleicht einfach warten, bis er genügend Geld zusammen hat.

Bei notwendigen Ersatzbeschaffungen geht dies nicht. Reicht Eigenkapital nicht aus, bleibt nur der Weg über mehr Kredit.

Für einen zusätzlichen Kredit stehen vier Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Eine Erhöhung des noch laufenden Restkredits durch den ursprünglichen Kreditgeber.
  • Zwei Kredite nebeneinander beim ursprünglichen Kreditgeber meistens wird dies die Hausbank sein.
  • Ein zusätzlicher Kredit für die Neuanschaffung bei einer anderen Bank.
  • Ein Umschuldungskredit bei einer anderen Bank, mit dem bestehende Kredite abgelöst und zusätzlich die geplante Anschaffung finanziert werden kann.

Da es in diesem Artikel um das Thema Krediterhöhung beim ursprünglichen Kreditgeber geht, wollen wir uns vornehmlich mit den ersten beiden Fallgruppen befassen.

Kredit aufstocken oder Zweitkredit

Die Erhöhung eines bestehenden Kredites oder die Vergabe eines zusätzlichen Kredites gehört für Banken zur Kunden-Bestandspflege.

Kundenbindung ist im hart umkämpften Kreditgeschäft wichtig und deshalb werden die Banken grundsätzlich bereit sein, Bestandskunden zusätzliches Geld zu verschaffen.

Allerdings gibt es eine Hürde – die aktuelle Bonität des Kreditkunden.

Ob Kreditaufstockung oder Zweitkredit, immer ist eine erneute Bonitätsprüfung durch Auskünfte bei Wirtschaftsauskunfteien und durch die Einschätzung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit erforderlich.

Insbesondere muss das frei verfügbare Einkommen ausreichen, um die Raten für die erhöhte Kreditsumme begleichen zu können.

Überwindet der Kreditkunde die Hürde der Bonitätsprüfung, geht es darum, welche Lösung die günstigere ist.

Bei einer echten Kreditaufstockung richten sich die effektiven Zinssätze für den neuen Gesamtbetrag in der Regel nach den aktuellen effektiven Zinssätzen.

Es wird ein neuer Kreditvertrag geschlossen über die neu vereinbarte Kreditsumme mit gegebenenfalls veränderten Laufzeiten.

Die Zwei-Kredite-Lösung sieht anders aus.

Hier bleibt der erste Kreditvertrag bestehen einschließlich der ursprünglich vereinbarten effektiven Zinssätze. Nur für den Zusatzbetrag, über den ein neuer Kreditvertrag geschlossen wurde, sind die aktuellen Zinssätze gültig.

Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten gilt demnach folgendes:

Ist der effektive Zinssatz im Zeitpunkt der Aufstockung niedriger als bei Abschluss des ursprünglichen Kredits und wird dieser Zinssatz angeboten, ist eine Zusammenfassung per Kreditaufstockung für den Kreditnehmer günstiger.

Ist der effektive Zinssatz gestiegen, empfiehlt sich der Abschluss eines Zweitkredits.

Bei der zweiten Alternative leistet der Kreditnehmer monatlichen Kapitaldienst auf zwei unterschiedliche Verträge mit unterschiedlichen Zinssätzen.

Fazit zur Kreditaufstockung

Banken werden den Wunsch nach einer Kreditaufstockung nach Möglichkeit erfüllen, sofern die Bonität für die Krediterhöhung ausreicht.

Die Anzahl der möglichen Kreditaufstockungen während eines laufenden Darlehens ist in der Regel nicht von vornherein beschränkt.

Allerdings gewähren Banken Krediterhöhungen in der Regel erst nach fünf bis sechs Monaten seit Kreditabschluss. Voraussetzung ist, dass der Kreditnehmer seinen Verpflichtungen ordnungsgemäß nachgekommen ist.

Technisch bedeutet eine Kreditaufstockung den Abschluss eines neuen Kreditvertrages zu den aktuellen Zinssätzen und mit eventuell veränderten Laufzeiten. Deswegen findet vor jeder Krediterhöhung eine erneute Bonitätsprüfung statt.

Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten kann gegenüber einer Kreditaufstockung der Abschluss eines zweiten Kreditvertrages sinnvoll sein.

Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die effektiven Zinssätze zum Zeitpunkt der Kreditaufstockung höher sind als bei Abschluss des ursprünglichen Darlehensvertrages.