Wie oft kann man einen Kredit aufstocken? Tipps zur Krediterhöhung

Wie oft kann man einen Kredit aufstocken? Und: Ab wann kann man einen Kredit aufstocken? Allgemeine Regeln, nach denen Banken Kreditaufstockungen gewähren, gibt es nicht.

Aber jedenfalls bei der Anzahl der Kreditaufstockungen sind Banken großzügig.

Dennoch sollten Sie nicht sofort an eine Kreditaufstockung denken, wenn ein plötzlicher finanzieller Engpass zusätzliche Liquidität erfordert.

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In diesem Beitrag können Sie Empfehlungen zur Krediterhöhung lesen und Vorschläge, wie häufig Kreditaufstockungen sinnvoll sind.

Das Wichtigste kurz gefasst:

  • Kreditaufstockung bedeutet den Abschluss eines neuen Kredits über eine höhere Summe bei der Bank des bestehenden Kredits. Der Restkredit wird abgelöst. Der verbleibende Betrag wird ausgezahlt.
  • Die überwiegende Anzahl der Banken macht keine Vorgaben dazu, wie oft ein Kredit aufgestockt werden kann. Entscheidend ist, dass die Bonität des Kunden zum Zeitpunkt der Krediterhöhung ausreichend ist.
  • Häufig gibt es zeitliche Vorgaben, ab wann man einen Kredit aufstocken kann. Es gibt aber auch Banken, bei denen Kreditaufstockungen jederzeit möglich sind. Jedenfalls werden zeitliche Beschränkungen nicht kommuniziert.
  • Zur Kreditaufstockung gibt es eine Reihe von Alternativen. Eine davon ist der Abschluss eines Umschuldungskredits bei einer anderen Bank. In nicht wenigen Fällen stehen sich Kreditnehmer besser, wenn Sie nach solchen Alternativen Ausschau halten.
  • Krediterhöhungen bei derselben Bank, aber auch Umschuldungen mit einem anderen Kreditinstitut können mit Kostenfallen verbunden sein. Ein besonderes Problem dabei sind Restkreditversicherungen. Manchmal kann sogar ein zweiter Kredit die bessere Lösung sein.

Was passiert bei einer Kreditaufstockung?

Eine Krediterhöhung bedeutet, dass Sie einen neuen Kredit abschließen. Damit wird der Restkredit abgelöst und der verbleibende Betrag wird an Sie ausgezahlt.

Der Aufstockungskredit kann vollständig neue Konditionen beinhalten; nicht nur in Bezug auf den Kreditbetrag, sondern auch im Hinblick auf Laufzeit, Raten und vor allem effektiven Jahreszinsen.

Da ein neuer Kredit abgeschlossen wird, prüft die Bank die Bonität immer erneut. Grundsätzlich bedeutet dies die Einholung einer neuen Kreditauskunft bei Wirtschaftsauskunfteien und die Prüfung, ob genügend frei verfügbares Einkommen zur Begleichung der Monatsrate für den erhöhten Betrag vorhanden ist.

Abgesehen von der Bonität müssen genauso wie beim ursprünglichen Kreditantrag alle anderen Vergabevoraussetzungen vorliegen. Sie müssen also über regelmäßiges Einkommen aus einem Arbeitsverhältnis oder als Selbstständiger verfügen.

Legt die Bank daran besondere Kriterien an, gelten diese ebenfalls für die Krediterhöhung. Schließt beispielsweise die Bank eine Vergabe bei befristeten Arbeitsverhältnissen oder während der Probezeit aus, gilt dasselbe für die Krediterhöhung.

Daneben gibt es eine besondere Voraussetzung:

Kreditinstitute werden einen Aufstockungskredit verweigern, wenn es bei der Bedienung des bestehenden Darlehens zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist.

In der Regel erhalten nur solche Kreditkunden einen Erhöhungskredit, die keine Raten säumig geblieben sind und die auch keine Ratenpausen oder Ratenveränderungen wegen finanzieller Engpässe vereinbart haben.

Wie oft kann man einen Kredit aufstocken?

Wie bereits dargestellt, findet man in den Produktbeschreibungen der meisten Banken keine Begrenzung bei den Aufstockungskrediten.

Werden Krediterhöhungen jedoch regelmäßig und in kurzen Abständen beantragt, werden Banken mit der Zeit zurückhaltend reagieren, selbst wenn sich Kunden die Aufstockung wirtschaftlich leisten können.

Die Bank wird nicht begeistert sein, wenn ein Kreditkunde durch fortlaufende Kreditaufstockungen am Limit seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit operiert und die Schulden mit der Zeit immer größer werden.

Sie wird vermuten, dass der Kunde keinen richtigen Überblick über die Finanzen hat.

Auch aus Sicht des Kreditnehmers sollte mit Kreditaufstockungen eher vorsichtig umgegangen werden. Vor allem bei Krediten mit Teilzahlungsbanken (Händlerfinanzierungen) gilt dies.

Besser ist es, Anschaffungen zeitlich zu strecken, bis genügend Eigenkapital zur Verfügung steht oder der Kredit abgezahlt wurde.

Wer ständig Kreditbeträge erhöht, engt seinen finanziellen Handlungsspielraum ein und gerät manchmal sogar in die Gefahr der Überschuldung.

Kreditaufstockungen sollten die Ausnahme bleiben und nicht zur Regel werden. Sinnvoll ist eine Beschränkung auf Notfälle, wenn der Finanzierungsbedarf nicht anders dargestellt werden kann.

Ab wann kann man einen Kredit aufstocken?

Die meisten Banken verlangen eine Wartezeit seit der Aufnahme des bestehenden Darlehens. Die Dauer ist unterschiedlich. In der Regel beträgt die Wartezeit 5 bis 6 Monate.

Die ING DiBa, ein Marktführer unter den Direktbanken, sieht eine Wartezeit von nur vier Monaten ab Genehmigung des ursprünglichen Kredits vor.

Andere Banken verzichten ganz auf eine Wartezeit oder informieren auf ihren Produktseiten darüber nicht.

Dennoch ist es empfehlenswert, den Aufstockungskredit nicht unmittelbar im Anschluss an die ursprüngliche Kreditaufnahme zu stellen, sondern immer einige Monate zu warten.

So entsteht nicht der Eindruck, dass Sie eventuell ihre finanziellen Angelegenheiten nicht vollständig im Griff haben.

Welche Alternativen gibt es zu einer Kreditaufstockung?

Sie haben vier Möglichkeiten, um zu zusätzlichem finanziellen Spielraum zu kommen:

  • Eine Erhöhung des noch laufenden Restkredits durch den ursprünglichen Kreditgeber.
  • Zwei Kredite nebeneinander beim ursprünglichen Kreditgeber. Meistens wird dies die Hausbank sein.
  • Ein zusätzlicher Kredit  bei einer anderen Bank.
  • Ein Umschuldungskredit bei einer anderen Bank, mit dem bestehende Kredite abgelöst und zusätzlich die geplante Anschaffung finanziert werden kann.

Eine Kreditumschuldung mit dem Darlehen einer anderen Bank ist sicherlich die gängigste Alternative zur Krediterhöhung. Der Umschuldungsrechner mit anschließendem Kreditvergleich unterstützt Sie dabei, den günstigsten Umschuldungskredit zu entdecken.

Gegenüber der Kreditaufstockung ist eine Umschuldung häufig die bessere Lösung.

Einige Banken behandeln Bestandskunden bei Zinsangeboten schlechter als Neukunden. Ist das bei ihrer Bank der Fall, werden Sie mit ziemlicher Sicherheit woanders bessere Zinssätze finden.

Andere Banken bilden einen sogenannten Mischzins aus den Zinsen des bestehenden Restkredits und den Zinsen des Aufstockungskredits.

Ist das der Fall, lohnt sich eine Kreditaufstockung eigentlich nur, wenn der gegenwärtige Marktzins höher ist als der Zinssatz, den sie für den Restkredit erhalten haben.

Zweitkredite haben den Nachteil, dass sie Monat für Monat zwei verschiedene Raten zahlen müssen – nicht gerade übersichtlich. Zudem können sich mehrere Kredite nebeneinander ungünstig auf die Bonität auswirken.

Dennoch sind Zweitkredite unter Kostengesichtspunkten manchmal die günstigste Lösung. Das hängt mit einigen Kostenfallen zusammen, die sowohl bei einer Kreditaufstockung als auch bei einer Umschuldung entstehen können.

Kostenfallen bei Aufstockung und Umschuldung

Aufstockungskredite und Umschuldungskredite nennt man auch Kettenkredite. Diese Kreditform kann erkennbare und versteckte Kosten verursachen, die bei zwei Darlehen nebeneinander nicht anfallen.

Relativ gut erkennbar sind Kosten, die durch Restkreditversicherungen und Vorfälligkeitsentschädigungen entstehen.

Die meisten Banken verzichten auf Vorfälligkeitsentschädigungen bei vorzeitigen Sonderzahlungen in einem vertraglich festgelegten Umfang.

Das ist unterdessen Standard. Höhere Sonderzahlungen als im Vertrag festgelegt und vorzeitige Gesamttilgungen lösen bei den allermeisten Banken hingegen Vorfälligkeitsentschädigungen aus.

Die Entschädigung beträgt 1 % des abgelösten Betrages (Laufzeiten über ein Jahr) bzw. 0,5 % (Laufzeiten bis einschließlich einem Jahr). Vorfälligkeitsentschädigungen können den wirtschaftlichen Vorteil einer Umschuldungsmaßnahme teilweise zunichtemachen, und zwar in einem Umfang, den Kreditnehmer nicht unbedingt auf Anhieb erkennen.

Tipp:

Entscheiden Sie sich für einen Aufstockungskredit, dann erkundigen Sie sich vorher genau, wie sich der Zinssatz für die Krediterhöhung zusammensetzt und ob eventuell Vorfälligkeitsentschädigungen anfallen. Denn mit dem Aufstockungskredit lösen Sie den Restkredit vollständig ab.

Restkreditversicherungen sind eine weitere Kostenfalle, die relativ leicht zu erkennen ist. Restschuldversicherungen lassen sich nicht einfach auf neue Kredite übertragen.

Haben Sie für den bestehenden Kredit eine solche Versicherung abgeschlossen, muss der Versicherungsvertrag gekündigt werden und Sie erhalten nur die anteiligen Prämien bzw. den Rückkaufswert ausgezahlt. Da der Rückkaufswert sehr schnell abnimmt, erleiden sie Verluste.

Die Verluste vergrößern sich, wenn Sie für den Aufstockungskredit eine erneute Versicherung über die gesamte Summe des Erhöhungskredits abschließen.

Die Kosten einer Restkreditversicherung werden in der Regel nicht Bestandteil des effektiven Jahreszinssatzes. Sie müssen hinzugerechnet werden und erhöhen den tatsächlichen Zinssatz in der Regel deutlich.

Weniger auffällig ist, dass bei mehrfacher Aufstockung hintereinander der effektive Jahreszins über die gesamte Kredithistorie deutlich höher ist, als die Zinssätze der verschiedenen Einzelkredite. Auf diesen negativen Effekt hat die Stiftung Warentest aufmerksam gemacht.

Der Grund: Da mit dem Aufstockungskredit der bestehende Restkredit abgelöst wird, verschwindet ein Teil der Zinsen für den alten Kredit im Ablösungsbetrag, der im Rahmen der Krediterhöhung erneut verzinst wird.

Unter anderem die versteckten Kosten können ein Grund dafür sein, auf einen Aufstockungskredit oder auf eine Umschuldung zu verzichten und stattdessen einen zweiten Kredit aufzunehmen.

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