Wie viel Zinsen zahlt man für einen Kredit?

Wie viel Zinsen zahlt man für einen Kredit? Diese Frage beschäftigt sicherlich jeden Kreditinteressenten, bevor er eine Darlehensanfrage stellt. Schließlich möchte man wissen, welche Belastungen in etwa auf einen zukommen.

Kreditzinsen unterliegen ständigen Veränderungen. Theoretisch kann sich die Zinshöhe täglich verändern.


Diese Kreditmarktplätze unterstützen Sie dabei, einen Kredit zu aktuellen Zinskonditionen zu entdecken:

Smava (Kreditvergleich)

Check24 (Kreditvergleich)

Finanzcheck.de (Kreditvergleich)

Creditolo (Kreditvermittler ohne Vorkosten)

Auxmoney (Marktplatz für Kredite von privat)


Wie viel Zinsen Sie am Ende zahlen müssen, das wissen Sie erst, wenn Banken Ihnen konkrete Kreditangebote unterbreiten.

Aber es gibt einige Tools, mit denen Sie feststellen können, was der Markt aktuell hergibt.

Zinsvergleich auf Kreditvergleichsportalen

Die Anbieterlisten auf Kreditvergleichsportalen beispielsweise vermitteln einen Eindruck darüber, welche Zinsen die wichtigsten Direktbanken gegenwärtig verlangen.

In den Angebotsbeschreibungen selbst sind Zinsrahmen für die Sollzinsen und die effektiven Jahreszinssätze aufgeführt.

Wenn Sie wissen möchten, wie hoch die Zinsen für einen Kredit gegenwärtig sein können, müssen Sie sich die effektiven Jahreszinssätze ansehen.

In diesen Zinssätzen sind neben dem Sollzinssatz alle Kosten enthalten, die unmittelbar mit der Kreditaufnahme zusammenhängen und an den Kreditkunden weitergegeben werden dürfen.

Wie so oft erhalten Sie die eigentlichen Informationen erst im Kleingedruckten.

Unterhalb eines jeden Kreditangebots sind die Durchschnittszinsen aus dem Zweidrittelbeispiel aufgeführt. Diese Zinsangaben sind verhältnismäßig realistisch.

Durchschnittszinssätze zur ersten Orientierung

Als dieser Artikel verfasst wurde (Ende Dezember 2019), bewegten sich die Durchschnittszinsen aus dem Zweidrittelbeispiel für einen frei verwendbaren Kredit über 20.000 € und mit einer Laufzeit von 84 Monaten zwischen 2,99 % und 10,90 %.

Der Mittelwert liegt bei 6,95 %. Das ist der Durchschnittszinssatz. 2/3 aller Direktbank Kunden, die in der Angebotsliste aufgeführt werden, erhalten im Durchschnitt diesen Zinssatz oder einen besseren Zinssatz, sofern Sie einen 20.000 € Kredit zur freien Verwendung mit einer Laufzeit von 84 Monaten beantragen.

Dies ist eine Methode, um die voraussichtliche Zinsbelastung effektiv einzuschätzen.

Eine andere Methode besteht darin, die aktuellen Zinstabellen der Deutschen Bundesbank zu nutzen. Unseres Erachtens sind die Erhebungen der Bundesbank zuverlässiger.

Von Interesse sind die aktuellen Zinstabellen für Konsumentenkredite an private Haushalte mit anfänglicher Zinsbindung bei Neuabschlüssen.

Der Screenshot zeigt die Werte für Oktober 2019:

Durchschnittszinssätze für Konsumentenkredite

Für Kredite mit variabler Laufzeit und Laufzeiten bis zu einem Jahr beträgt der effektive Jahreszins im Durchschnitt 9,17 %.

Bei Laufzeiten von über einem Jahr bis zu fünf Jahren muss ein Effektivzins von durchschnittlich 4,39 % und bei Laufzeiten von über fünf Jahren ein Effektivzins von durchschnittlich 6,42 % gezahlt werden.

Die gesamte Zinsbelastung für einen 20.000 € Kredit mit einer Laufzeit von 84 Monaten beträgt bei einem effektiven Jahreszinssatz in Höhe von 6,42 % ungefähr 4.735 €. Die monatliche Rückzahlungsrate liegt bei 294 €.


Die gesamte Zinsbelastung für einen 20.000 € Kredit mit einer Laufzeit von 60 Monaten und einem effektiven Jahreszinssatz in Höhe von 4,39 % beträgt hingegen nur 2.265 €. Die monatliche Rückzahlungsrate ist aber mit 371 € höher.

Enthält Ihr konkretes Zinsangebot bessere Zinssätze als die von der Bundesbank ermittelten Durchschnittszinssätze, dann können Sie von einem günstigen Kredit ausgehen, sofern sich Ihre Bonität im üblichen Rahmen hält.

Die Zinssätze für Immobilienkredite sind deutlich niedriger. Hier der Screenshot für Neuabschlüsse:

Durchschnittszinssätze Wohnungsbaukredite

Für Wohnungsbaukredite mit Laufzeiten bis zu einem Jahr und für variabel verzinste Kreditprodukte werden zurzeit durchschnittlich 1,91 % bezahlt.

Bei Laufzeiten von über einem Jahr bis zu fünf Jahren beträgt der Zinssatz 1,31 %, bei Laufzeiten von über fünf Jahren bis zehn Jahren 1,12 % und bei Laufzeiten von über zehn Jahren 1,22 %.

Beispiel: Wie hoch sind die Zinsen bei einem Kredit der Sparkasse?

Viele private Verbraucher schließen Kredite bei der Sparkasse ab. Wir empfehlen, dies nicht direkt bei der Filiale zu tun, sondern über einen

 Kreditvergleich wie smava,

der die Onlinevariante des Sparkassenkredits, den Kredit per Klick anbietet.

Für einen Kredit zur freien Verwendung in Höhe von 10.000 € mit einer Laufzeit von 60 Monaten beträgt der bonitätsabhängige effektive Jahreszins zwischen 3,49 % und 8,99 %.

Der effektive Durchschnittszinssatz nach dem Zweidrittelbeispiel wird mit 4,49 % angegeben.

Mit der besten Bonität erhalten Sie also einen Zinssatz in Höhe von 3,49 %, während der effektive Jahreszinssatz bei mittlerer Bonität etwas unter dem 2/3 Zinssatz liegen wird und damit dem von der Bundesbank ermittelten aktuellen Durchschnitt entspricht.

Nutzen Sie einen Kreditvergleich, werden Sie vielleicht feststellen, dass Ihnen andere Banken bessere Zinssätze bieten. Der Minimalzinssatz ist bei der Sparkasse verhältnismäßig hoch.

Aber der Sparkassenkredit hat andere Vorteile. Das Kreditprodukt ist in der Rückzahlungsphase ausgesprochen flexibel. Sondertilgungen gleich in welcher Höhe beispielsweise sind immer kostenfrei. Eine Vorfälligkeitsentschädigung fällt nicht an.

Solche Vorteile werden häufig mit etwas höheren Zinssätzen „bezahlt“.

Welche Faktoren beeinflussen die Zinshöhe allgemein?

In den Angebotsbeschreibungen der Banken finden Sie immer einen Zinsrahmen sowohl für den gebundenen Sollzins als auch für den effektiven Jahreszinssatz.

Diese Zinsangaben werden nach allgemeinen Vorgaben festgesetzt, ohne dass die individuellen Verhältnisse eines bestimmten Kreditnehmers eine Rolle spielen.

Dabei dient der Minimalzins meistens eher zu Werbezwecken, als dass er in der Praxis relevant wird. Wenn überhaupt, wird dieser Zinssatz lediglich an Personen mit ausgesucht guter Bonität vergeben.

Bei der Kalkulation der Zinsrahmen fließen zunächst die Refinanzierungskosten ein. Diese orientieren sich mittelbar an den jeweiligen Leitzinsen der europäischen Zentralbank.

Für kurzfristige Refinanzierungen können andere Referenzzinssätze entscheidend sein zum Beispiel der Euribor für Termingelder im Interbankengeschäft. Zinsen für Kredite mit variabler Verzinsung werden häufig an einen dieser Referenzzinssätze gebunden.

Daneben fließen Verwaltungskosten, Personalkosten und die Kalkulation des Gewinns in die Festsetzung der Zinsrahmen ein.

Bei der Festsetzung der Zinsrahmen wird die Bank sicherlich auch die Marktlage berücksichtigen. Sie wird kalkulieren, welche Zinssätze am Markt durchgesetzt werden können.

Schließlich wird die Bank überlegen, an wen sie das Kreditangebot richten möchte. Hier geht es um die Frage, welche Bonitätskriterien die Bank generell an zukünftige Kreditkunden anlegen möchte.

Der Maximalzins wird besonders niedrig sein, wenn nur Kunden mit guter Bonität überhaupt Kredite erhalten. Dadurch wirkt das Zinsangebot insgesamt sehr günstig, aber es richtet sich nur an einen relativ kleinen Kundenkreis.

Sollen auch Kunden mit mittlerer oder sogar schlechter Bonität eine Kreditchance erhalten, wird die Bank einen hohen Maximalzinssatz ausweisen. Gleichzeitig werden die Zinssätze im Zweidrittelbeispiel überdurchschnittlich hoch sein.

Innerhalb der durch die Zinsrahmen vorgegebenen Vorgaben entscheidet die Bank über ein konkretes Zinsangebot, sobald ein Kunde eine Kreditanfrage stellt.

Wonach richtet sich das konkrete Zinsangebot?

Für die Kredithöhe entscheidend ist jetzt die individuelle Bonität des Kunden. Geprüft werden die Scorewerte, die beispielsweise die SCHUFA ermittelt, und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit.

Die Bonität des Kunden:

Zunächst geht es darum, ob ein bestimmter Kunde die Bonitätsvoraussetzungen für eine Kreditvergabe überhaupt erfüllt. Ist dies der Fall, berechnet sich die Zinshöhe bei bonitätsabhängigen Zinsen nach der jeweiligen Bonitätsstufe.

Ein Kunde in der besten Bonitätsstufe erhält den Minimalzins. Erreicht der Kunde gerade die Grenzbonität wird der Maximalzins verlangt.

Die Bonität spielt auch bei Krediten eine Rolle, die als bonitätsunabhängig beworben werden. Bei diesen Krediten erhalten alle Kunden den angegebenen Zinssatz, aber nur, sofern Sie die festgelegte Grenzbonität nicht unterschreiten.

Ist die Bonität schlechter als die Grenzbonität erhalten die Kunden ein Angebot mit einem höheren Zinssatz oder der Kredit wird von vornherein abgelehnt.

Die beantragte Kreditart:

Die Höhe des angebotenen Zinssatzes ist abhängig von der beantragten Kreditvariante. Zinsen für zweckgebundene Kredite sind häufig niedriger als für Kredite zur freien Verwendung.

Dies gilt besonders, wenn mit der Zweckbindung zusätzliche Sicherheiten verbunden sind.

Ein Beispiel sind zweckgebundene Autokredite, aber auch Wertpapierkredite. Bei beiden Varianten werden die finanzierten „Gegenstände“ sicherungsübereignet.

Immobilienkredite sind vielleicht das bekannteste Beispiel für ein besonders günstiges Darlehen. Sie werden mit einer Grundschuld auf die finanzierte Immobilie besichert.

Beleihungswerte und Beleihungsgrenzen werden in der Regel so gewählt, dass die Bank mit der Kreditvergabe praktisch kein Ausfallrisiko eingeht.

Immobilienkredite müssen nicht unbedingt zweckgebunden sein. Mit einer Grundschuld besicherte Darlehen können auch zur freien Verwendung vergeben werden.

Vielleicht sind die Immobiliendarlehen dann nicht ganz so günstig wie zweckgebundene Wohnungsbaukredite, aber immer noch günstiger als normale Ratenkredite.

Die Kreditlaufzeit:

Viele Banken berechnen die Zinsen laufzeitabhängig, selbst wenn Sie dies nicht gesondert kommunizieren. Am günstigsten werden in der Regel Ratenkredite mit gängigen Laufzeiten zwischen 12 und 60 Monaten angeboten.

Kredite mit variabler Verzinsung sind hingegen deutlich teurer. Dafür können diese Darlehen auch jederzeit ohne Vorfälligkeitsentschädigung gekündigt werden.

Darlehen mit unüblich langen Laufzeiten sind ebenfalls teuer.

Die von der Bundesbank erhobenen Durchschnittszinssätze machen deutlich, dass Kreditzinsen sehr oft nach Laufzeiten gestaffelt werden.

Die Höhe des Kreditbetrages:

Die angebotenen Kreditbeträge der üblichen Ratenkredite übersteigen selten einen Betrag von 50.000 €.

Selten findet man Kreditangebote über höhere Beträge, zum Beispiel über 80.000 € oder 100.000 €. Große Kredite bedeuten für Banken ein höheres Ausfallrisiko, insbesondere, wenn eine Gehaltsabtretung die einzige Sicherheit darstellt.

Deswegen sind solche Kredite in vielen Fällen besonders teuer, zumal der hohe Kreditbetrag sehr oft mit langen Laufzeiten kombiniert wird.

Kredite für Kunden einer bestimmten Risikogruppe:

Für Kredite an Kunden, die einer bestimmten Risikogruppe angehören, werden in der Regel höhere Zinsen verlangt.

Kredite an Selbstständige sind ein Beispiel. Selbstständige können im Zeitpunkt der Kreditvergabe eine ausgezeichnete Bonität haben.

Aber die Einkommenssituation kann sich nach Auffassung der Banken schneller ändern als bei Angestellten oder Beamten. Damit rechtfertigen die meisten Banken Zinsaufschläge.

Zinsaufschläge kann es auch bei Krediten für ältere Kreditnehmer ab 60 Jahren geben. Vor allem Rentner müssen mit höheren Zinsen rechnen.

Gleiches gilt hin und wieder für besonders junge Kreditnehmer bis zu einem Alter von 25 Jahren.

Wie hoch sind die Zinsen bei einem Kredit? Ein Fazit

Kreditzinsen können sich relativ kurzfristig verändern. Diese Erscheinung kann selbst bei einem gleichbleibenden Marktumfeld mit stabilen Leitzinsen auftreten.

Einige die Zinshöhe beeinflussende Faktoren sind kundenunabhängig. Sie finden ihren Niederschlag in den allgemeinen Produktbeschreibungen, mit denen Banken Kredite anbieten.

Andere Faktoren, wie die Bonität oder die beantragte Kredithöhe, sind einzelfallabhängig. Diese Faktoren bestimmen das konkrete Zinsangebot, welches Kunden von Banken erhalten.

Deswegen ist es nicht möglich, die Zinshöhe im Vorhinein zu bestimmen. Erst mit dem konkreten Zinsangebot wissen Sie, wie viel Zinsen Sie für einen angefragten Kredit zahlen müssen.

Die wahrscheinliche Höhe der Kreditzinsen lässt sich aber anhand von Durchschnittszinssätzen grob einschätzen, bevor eine Kreditanfrage gestellt wird.

Für die Schätzung können die Durchschnittszinssätze aus den 2/3 Beispielen herangezogen werden. Oder Sie greifen auf die aktuellen Durchschnittszinssätze zurück, die die Bundesbank regelmäßig ermittelt.